Markt für möblierte Wohnungen: Regulierung könnte Wachstum bremsen
Geringer Marktanteil und steigende Nachfrage
Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hat in einer aktuellen Analyse den Anteil der auf Zeit vermieteten möblierten Wohnungen am gesamten deutschen Mietmarkt auf maximal 0,8 Prozent geschätzt. Diese Nische hat sich zwischen 2012 und 2016 in den größten deutschen Städten zwar stärker entwickelt als der gesamte Mietmarkt, jedoch zeigt die weitere Entwicklung, dass sie seitdem parallel zum allgemeinen Mietmarkt gewachsen ist.
Flexibilität als Schlüssel
Die Vermietung von möblierten Wohnungen auf Zeit, die in der Regel für mehrere Monate oder ein Jahr erfolgt, gewinnt insbesondere in Berlin an Bedeutung. Experten und Mieterverbände berichten von einem Anstieg dieser Praxis, da Vermieter damit die Mietpreisbremse umgehen und potenziell höhere Renditen erzielen können. Diese Flexibilität ermöglicht es den Vermietern, auf Marktveränderungen schnell zu reagieren und ihre Erträge zu maximieren.
Überbewertung des Marktsegments
Die Autoren der Ifo-Untersuchung betonen, dass die tatsächliche Bedeutung der möblierten Vermietung oft überschätzt wird. Dies liegt daran, dass zeitlich befristete Angebote häufiger inseriert werden als langfristige Mietwohnungen, die oft ohne öffentliche Anzeigen vermietet werden. Somit ist der Offline-Markt in diesem Segment möglicherweise geringer als angenommen.
Regionale Unterschiede und Mietpreisbremse
Die Auswirkungen der Mietpreisbremse, die 2015 eingeführt wurde, variieren stark zwischen den Städten. Während in Hamburg und München ein leichtes Wachstum der befristet vermieteten Wohnungen zu verzeichnen ist, bleibt das Angebot in Köln konstant. Berlin hingegen zeigt einen signifikanten Anstieg, der über das allgemeine Mietangebot hinausgeht. Diese regionalen Unterschiede sind für Investoren von Bedeutung, da sie die Standortattraktivität und die zukünftige Rentabilität beeinflussen können.
Geplante Reformen und deren Folgen
Die Reformpläne von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) sehen eine zeitliche Obergrenze von sechs Monaten für die Vermietung von möblierten Wohnungen vor. Zudem soll der Möblierungszuschlag nur dann als angemessen gelten, wenn er fünf Prozent der Nettokaltmiete nicht übersteigt. Diese Maßnahmen könnten die Innovationskraft und die Flexibilität des Marktes erheblich einschränken und somit die Wettbewerbsfähigkeit der Anbieter gefährden.
Fazit
Der Forschungsbericht mit dem Titel „Ökonomische Einordnung flexibler Wohnformen“ wurde im Auftrag des Berliner Unternehmens Wunderflats erstellt, das sich auf die Vermittlung von möblierten Wohnungen spezialisiert hat. Die Analyse zeigt, dass Anbieter vor allem die Risiken und Unsicherheiten langfristiger Mietverhältnisse sowie den Wunsch nach Flexibilität für den Eigenbedarf als Hauptgründe für die befristete Vermietung angeben. Für Investoren ist es entscheidend, die Entwicklungen in diesem Marktsegment genau zu beobachten, um informierte Entscheidungen zu treffen.

