Mario Draghi: Architekt des Euro erhält Karlspreis 2026
Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, wird 2026 für seine herausragenden Verdienste um die europäische Einigung mit dem renommierten Karlspreis ausgezeichnet. Diese besondere Ehre gebührt einer Persönlichkeit, die mit unerschütterlicher Entschlossenheit die europäische Idee gestärkt hat, verkündete das Karlspreis-Direktorium.
Der Internationale Karlspreis zu Aachen, einer der bedeutendsten Preise für europäische Verdienste, wird traditionell am Himmelfahrtstag verliehen, dieses Jahr am 14. Mai. Armin Laschet, Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums, lobte Draghis entscheidenden Beitrag zur Rettung des Euros während der Krise 2012. Mit der berühmten Zusage "whatever it takes" hatte Draghi einen entscheidenden Impuls für die Stabilität der europäischen Gemeinschaftswährung gegeben.
Laschet betonte weiter die Aktualität von Draghis Überzeugungen: Europa stehe heute mehr denn je unter dem Druck globaler Mächte und müsse stark und einig auftreten. Draghi hatte in seinem sogenannten Draghi-Report Empfehlungen zur Erhaltung und Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit gegeben, welche weiterhin als Leitmotto für die EU-Kommission dienen könnten.
In einer Videobotschaft zeigte sich der 78-jährige Draghi äußerst dankbar für diese Auszeichnung und rief zu einer intensiveren Zusammenarbeit innerhalb Europas auf. Er betonte, dass die Europäische Union in Zeiten innerer und äußerer Bedrohungen enger zusammenstehen und ihre Stärken weiterentwickeln müsse. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigte Draghi als herausragenden Europäer, der sich stets für ein vereintes und wettbewerbsfähiges Europa eingesetzt habe.
Der Aachener Karlspreis, ins Leben gerufen von den Bürgern Aachens kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, trägt ein Erbe, das bis zu Kaiser Karl dem Großen zurückreicht. Seit kürzlich ein Aachener Ehepaar das Preisgeld auf eine Million Euro anhob, soll dies zur Unterstützung proeuropäischer Projekte dienen. Zu den frühesten Preisträgern gehörten so bedeutende Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer und Winston Churchill. An den letzten Italiener, Andrea Riccardi, wurde der Preis im Jahr 2009 verliehen.

