Maria Kolesnikowa appelliert an die EU: Diplomatie statt Sanktionen
Maria Kolesnikowa, eine der bekanntesten belarussischen Oppositionellen, hat den europäischen Staaten nahegelegt, eine neue diplomatische Initiative gegenüber Belarus zu starten. In der Talkshow „Maischberger“ äußerte sie, dass schon der ehemalige US-Präsident Donald Trump diese Thematik aufgegriffen habe. Ihre eigene Freilassung aus der Haft im Dezember solle ein Ergebnis dieser Bemühungen sein, da der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko auf Druck aus den USA damals über 120 politische Gefangene, inklusive Kolesnikowa, entließ. Sie betonte, dass primäre Ziele dieser diplomatischen Anstrengungen die Freilassung aller politischen Gefangenen sowie ein Ende der Repressionen in Belarus sein sollten. Sanktionen hingegen sieht Kolesnikowa kritisch. Ihrer Meinung nach setzen sie vor allem der Zivilbevölkerung zu, während Lukaschenko weitgehend unbeschadet bleibt.
Nach ihrer Festnahme im Zuge der Massenproteste des Jahres 2020 verbrachte Kolesnikowa über fünf Jahre im Gefängnis. Während rund zweieinhalb Jahren dieser Zeit war sie in völliger Isolation von der Außenwelt, ohne Kontakt zu Freunden oder Familie. Dennoch verlor sie nie die Hoffnung und schöpfte Kraft aus der Lektüre von Klassikern wie Shakespeare, Schiller und Goethe, die sie als enge Gefährten in dieser schweren Zeit beschreibt.
Inzwischen ist Kolesnikowa in Berlin ansässig, wo sie plant, ihre Ideen im Kulturbereich weiterzuentwickeln. Ziel ist es, kulturelle Brücken zu bauen und den Dialog zu fördern, um langfristig positiven Wandel zu bewirken.

