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Mal ordentlich «rumrömern»: «Anno 117» im Test

13. November 2025, 15:22 Uhr · Quelle: dpa
Screenshot vom Spiel «Anno 117: Pax Romana»
Foto: Ubisoft/dpa-tmn
«Anno 117: Pax Romana» spielt in einer Zeit des relativen Friedens. Als römischer Statthalter baut man prächtige Städte auf und muss dabei die Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigen.
"Anno 117: Pax Romana" bringt frische Änderungen in die beliebte Serie, wie diagonale Straßen und freie Regionenwahl. Das Spiel bietet mehr Kreativität und Strategieoptionen für Fans der Aufbauspiele.

Berlin (dpa/tmn) - Es grenzt an eine Revolution in der «Anno»-Reihe - und war auch mit das Erste, was Fans über das neue «Anno 117: Pax Romana» erfuhren: Durch das viereckige Raster, auf dem Spielende ihre Gebäude platzieren, lassen sich jetzt auch diagonale Straßen und Wege ziehen.

Was nach keiner besonderen oder größeren Änderungen klingt, hat doch für viel Aufregung gesorgt. Aber fangen wir von vorne an: Wie immer beginnt alles auf einer Insel. Das Flaggschiff liegt vor dem Hafen, ein paar Baumaterialien sind verladen. Von da an haben es die Spielenden selbst in der Hand, wie sie ihr eigenes römisches Imperium aufbauen und managen.

Zunächst ein Holzfäller

«Anno 117» macht in vielerlei Hinsicht genau das, was man von der erfolgreichen Reihe erwartet. So ist das Erste, was man benötigt, - genau - ein Holzfäller. Aus dem Holz entstehen Häuser, mit denen man die erste, niedrigste Bevölkerungsstufe erreicht.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser haben selbstverständlich Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen. In «Anno 117» sind das zunächst Nahrung und Kleidung, für die gesorgt werden muss.

Fisch oder Haferbrei

Aber an dieser Stelle macht das Spiel einiges anders als seine Vorgänger. Man hat die Wahl, auf welche Art man die Bedürfnisse erfüllt. Bei der Nahrung kann man entweder Fische fangen, oder Hafer für Haferbrei anbauen – oder eben beides. Auch fürs Herstellen der Kleidung gibt es unterschiedliche Optionen.

Jedes Bedürfnis, das erfüllt wird, bringt andere Vorteile: etwa mehr Zufriedenheit, ein höheres Einkommen oder eine größere Bevölkerung. Aber nur jeweils eine bestimmte Option wird benötigt, damit die nächsthöhere Bevölkerungsstufe erreicht wird, aus der neue Gebäude, Ressourcen und Produktionsketten erwachsen.

Mehr Freiheit

Ubisoft Blue Byte zufolge ist Freiheit ein wichtiges Element bei der Entwicklung des Spiels gewesen. Dazu gehört auch die Wahl der Region. Zum Launch des Games stehen die Mittelmeerregion Latium und die keltische Region Albion zur Verfügung.

In welcher der beiden Regionen sie - jenseits der immer in Latium startenden Kampagne - beginnen wollen, können Spielende frei wählen. Und auch, ob sie überhaupt in eine andere Region expandieren wollen, steht ihnen frei. Das macht die Entwicklungswege offener als beim Vorgänger «Anno 1800». Wem das Latium zu sonnig ist, kann im Albion bleiben.

Kultur unterdrücken oder aufnehmen

Spannend ist in der keltischen Region auch die Frage, wie die Besatzer mit der einheimischen Bevölkerung umgeht. Werden die Kelten romanisiert, ihre Sümpfe trockengelegt und römische Tempel gebaut? Oder dürfen sie ihre Bräuche erhalten, von denen im Gegenzug dann auch das Römische Reich profitiert?

Das kann sich dann zum Beispiel in neuen Landeinheiten oder bestimmten Gebäudeverbesserungen äußern. Außerdem beeinflusst das Verhalten, mit welcher Gesinnung ein der Heerführerin Boudicca nachempfundener, nicht spielbarer Charakter auf die Invasoren blickt - und sie gegebenenfalls angreift.

Und was denkt der Kaiser?

Auch die Zuneigung des Kaisers ist wichtig für die Spielenden. Je nachdem, wie sich Spielende bei bestimmten Quests entscheiden, oder durch bestimmte Aktionen, steigt oder sinkt der Ruf am römischen Hof. Ein gutes Verhältnis macht beispielsweise die Besiedlung neuer Inseln einfacher. Wird man zu rebellisch, rückt der Kaiser mit Truppen an.

Ebenfalls neu gegenüber «Anno 1800»: Im Spiel gibt es einen Technologiebaum, mit dem sich neue nicht-essentielle Gebäude oder Verbesserungen freischalten lassen. Einige Technologien sind hier tatsächlich auch an die kulturellen Entscheidungen in Albion geknüpft.

Landkämpfe sind zurück

Zurück in der Reihe sind zudem Landheere und entsprechende Schlachten. Legionäre, Bogenschützen oder Belagerungswaffen können ausgebildet werden und verteidigen die Inseln und die Villa des Prätors. Doch auch dieses Spielelement ist dem Entwicklungsstudio zufolge optional.

Daraus entsteht ein «Anno» nach dem «Alles kann, nichts muss»-Prinzip. Ziele setzen sich die Spielenden – außerhalb der Story-Kampagne – selbst, arbeiten darauf hin, und können sie auf verschiedene Wege erreichen. Was im neuesten Teil nicht mehr passieren soll, ist, dass Zwang aufkommt, einen bestimmten großen Schritt zu gehen, um weiterzukommen.

Produzieren, produzieren, produzieren

Doch im Kern ist und bleibt «Anno 117: Pax Romana» ein sehr gutes «Anno»: Produktionsketten aufbauen und managen, mit Schiffen Waren transportieren und handeln, weitere Inseln besiedeln und die Bevölkerung bis in die reichsten Schichten ausbauen. Das macht Laune.

Und dazu viel Freiraum, die eigene Hauptinsel nicht nur funktional, sondern auch hübsch zu gestalten, mit Ornamenten, Plätzen und römischen Statuen. Unterstrichen wird das von einer wunderschönen optischen Darstellung, die auch bis in die niedrigste Zoomstufe wuselig wirkt.

Auch, wer nicht wöchentlich ans Römische Reich denkt, bekommt mit «Anno 117» ein großartiges, lange motivierendes und umfassendes Aufbaustrategie-Spiel, das zu den besten des Genres zählt.

«Anno 117: Pax Romana» ist für PC, Xbox Series und Playstation 5 erschienen und kostet ab 60 Euro.

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13.11.2025 · 15:22 Uhr
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