Lage im Überblick

Luftraum gesperrt: Russland und Belarus beginnen Großmanöver

12. September 2025, 04:42 Uhr · Quelle: dpa
Russland und Belarus haben das Manöver Zapad 2025 gestartet, das die NATO-Grenzen betrifft. Drohnen-Vorfälle in Polen eskalieren die Lage, weshalb Verbündete reagieren. (38 Wörter)

Warschau/Minsk/Moskau (dpa) - In unmittelbarer Nähe zu EU und Nato beginnen Russland und sein Verbündeter Belarus heute ein strategisches Großmanöver. Besonders in Polen wird die bis zum 16. September laufende Militärübung Sapad 2025 (Westen 2025) mit Besorgnis verfolgt, nachdem kürzlich mehrere russische Drohnen in den Luftraum des Landes eingedrungen und einige abgeschossen worden waren. Die Bundeswehr geht davon aus, dass an dem Manöver etwa 13.000 Soldaten in Belarus und weitere 30.000 auf russischem Gebiet beteiligt sein werden.

Gemeinsame Militärübungen der beiden Nachbarstaaten gibt es immer mal wieder. In der EU und Nato sind die Folgen der vorhergehenden Übung Sapad 2021 in schlechter Erinnerung geblieben: Diese nutzte Russland damals, um Waffen und schweres Gerät zur Vorbereitung seines Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 zu verlegen. Die Regierung in Belarus kündigte zuletzt an, den Umfang des diesjährigen Manövers zu verringern und es von der Westgrenze ins Landesinnere zu verlegen, um Spannungen mit dem Westen zu verringern.

Grenze und Luftraum gesperrt

Polen grenzt an die Ukraine und verfolgt den Krieg in seiner unmittelbaren Nachbarschaft mit großer Sorge. Mit der Verletzung des polnischen Luftraums durch russische Drohnen, die am Mittwoch während eines russischen Angriffs auf die Ukraine in den polnischen und damit in Nato-Luftraum eingedrungen waren, hat sich die Lage nochmals zugespitzt. Erstmals schossen die polnische Luftwaffe und andere Nato-Verbündete in Polen dabei russische Drohnen ab.

Die Regierung in Warschau ließ die Grenze zu Belarus für die Dauer des Militärmanövers dichtmachen, auch der grenznahe Luftraum ist gesperrt. Das russische Außenministerium warf dem Nachbarland deshalb «konfrontative Schritte» vor, die dazu dienten, die «weitere Eskalation der Spannungen im Zentrum Europas zu rechtfertigen».

Polen ruft UN-Sicherheitsrat an

In Polen wird das Eindringen der russischen Drohnen auf Nato-Gebiet nicht nur als Akt der militärischen Aggression, sondern vor allem als Teil von Moskaus psychologischer Kriegsführung gewertet. Die Regierung in Warschau beantragte wegen des Vorfalls eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. Allerdings kann Russland dort wegen seines Veto-Rechts jegliche Entschlüsse zu seinen Lasten blockieren.

Man wolle «die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf diesen beispiellosen Angriff russischer Drohnen auf einen Mitgliedstaat nicht nur der UN, sondern auch der Europäischen Union und der Nato» lenken, sagte Polens Außenminister Radoslaw Sikorski in einem Radiointerview. Bei 19 Verletzungen des polnischen Luftraums durch Drohnen binnen sieben Stunden könne es sich nicht um einen Zufall handeln. «Dies ist ein militärischer und politischer Test nicht nur für Polen, sondern für die gesamte Nato», sagte Sikorski.

Trump: Drohnen-Aktion«könnte Fehler gewesen sein»

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bereits am Mittwoch erklärt, dass er die Verletzung des polnischen Luftraums durch russische Drohnen nicht für ein Versehen halte. Er sehe in diesen Vorfällen vielmehr «eine ganz ernsthafte Gefährdung des Friedens in ganz Europa».

US-Präsident Donald Trump hingegen entgegnete am Donnerstag (Ortszeit) auf Nachfrage eines Reporters vor dem Weißen Haus, die Verletzung des polnischen Luftraums durch russische Drohnen «könnte ein Fehler gewesen sein». Dennoch sei er «nicht glücklich» über «diese ganze Situation».

Seit seinem Amtsantritt im Januar wird Trump vorgeworfen, er zeige dem Angreifer Russland gegenüber zu viel Nachsicht und lasse sich von Kremlchef Wladimir Putin teils vorführen. Dass es sich beim Einflug der Drohnen wirklich um ein Versehen handelt, wird nach Prüfung des Vorfalls in Militärkreisen für unwahrscheinlich gehalten. Mindestens einer der Flugroboter flog nach dpa-Informationen aus Nato-Kreisen in Richtung des Verteilzentrums für die Ukraine-Militärhilfe am polnischen Flughafen Rzeszow.

Deutschland schickt weitere Kampfjets nach Polen

Als Reaktion auf die Verletzung des polnischen Luftraums verstärkt Deutschland seine Beteiligung am Schutz der Nato-Ostgrenze. Die Überwachung des Luftraums über Polen durch deutsche Kampfjets werde verlängert und ausgeweitet, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit.

Schon jetzt ist die Bundeswehr mit zwei in Rostock-Laage stationierten Eurofighter-Kampfjets über Polen im Einsatz. Die Anzahl der Flieger wird nach Angaben des Verteidigungsministeriums nun auf vier verdoppelt und der bisher bis Ende September geplante Einsatz zunächst bis Jahresende verlängert.

Die Bundesregierung werde auch ihre Unterstützung für die Ukraine intensivieren, sagte Kornelius, ohne Einzelheiten zu nennen. In der EU werde Deutschland auf eine schnelle Verabschiedung eines «robusten 19. Sanktionspakets» hinarbeiten, um Russland weiter unter Druck zu setzen.

Auch Frankreich will Schutz der Nato-Ostflanke verstärken

Frankreich will drei Rafale-Kampfjets als Reaktion auf das Eindringen russischer Drohnen in Polens Luftraum schicken. Sie sollten zum Schutz des polnischen Luftraums und der Ostflanke der Nato beitragen, kündigte Präsident Emmanuel Macron an. Wo genau die Jets zum Einsatz kommen sollen, teilte er nicht mit. «Wir werden uns den zunehmenden Einschüchterungsversuchen Russlands nicht beugen», betonte Macron.

Konflikte / Krieg / Nato / Militär / Russland / Ukraine / Polen / Belarus
12.09.2025 · 04:42 Uhr
[5 Kommentare]
Eurojackpot
Helsinki - In der Dienstags-Ausspielung des Eurojackpots wurden am Abend die Gewinnzahlen gezogen. Sie lauten 5, 15, 18, 20, 35, die beiden "Eurozahlen" sind die 7 und die 8. Diese Angaben sind ohne Gewähr. Die Gewinnwahrscheinlichkeit in der Gewinnklasse 1, also beim eigentlichen "Eurojackpot", liegt bei 1: 140 Millionen. Glücksspiel kann süchtig […] (00)
vor 4 Minuten
Ye alias Kanye West wird an allen drei Tagen des Wireless Festivals 2026 als Headliner auftreten.
(BANG) - Ye alias Kanye West wird an allen drei Tagen des Wireless Festivals 2026 als Headliner auftreten. Das von Pepsi MAX gesponserte Event findet vom 10. bis 12. Juli im Finsbury Park in London statt und markiert den ersten Auftritt des Rappers im Vereinigten Königreich seit mehr als einem Jahrzehnt sowie seinen ersten Headliner-Auftritt in London […] (00)
vor 2 Stunden
Apple plant offenbar einen iMac mit OLED Display
Nach aktuellen Berichten des südkoreanischen Magazins ZDNet Korea arbeitet Apple an einer bedeutenden Weiterentwicklung seines All-in-One-Rechners. Ein iMac mit OLED-Display soll sich in der Planungsphase befinden und Nutzern zukünftig eine sichtbar höhere Helligkeit bieten. Schreibtischregal, Quelle: Unsplash OLED Muster von Samsung und LG in Arbeit Um diesen Schritt vorzubereiten, hat […] (00)
vor 4 Stunden
Das All ruft: EVE Frontier öffnet kostenlose Testphase Anfang April
CCP Games kündigt an, dass EVE Frontier vom 01. bis 13. April eine kostenlose Testphase startet und lädt alle, die sich als „Remnants“ registrieren, dazu ein, die fesselnde Galaxie dieses Weltraum-Survival-Spiels kostenlos zu erleben. Während der kostenlosen Testphase lässt sich einfach ein Account auf www.evefrontier.com erstellen, um das Spiel […] (01)
vor 40 Minuten
Krys Marshall spielt in 'Toy Story 5' mit
(BANG) - Krys Marshall hat sich mit einer "überambitionierten" E-Mail eine Rolle in 'Toy Story 5' gesichert. Die 'Paradise'-Darstellerin stößt zum Cast des neuen Films von Disney und Pixar dazu und wird erneut mit Franchise-Veteran Andrew Stanton zusammenarbeiten, nachdem sie bereits bei 'For All Mankind' zusammengearbeitet hatten. Die Rolle bekam sie […] (00)
vor 2 Stunden
Svetislav Pesic
München (dpa) - Basketball-Trainerlegende Svetislav Pesic will nach der Spielzeit endgültig in den Ruhestand gehen. «Ich weiß schon, man glaubt mir nicht, wenn ich sage, dass ich aufhöre. Aber nach dieser Saison reicht es nun wirklich», sagte der 76-Jährige in einem Interview der «Zeit». Der Serbe betreut aktuell den FC Bayern und will mit den Münchnern noch […] (01)
vor 3 Stunden
Börsen-Beben: Goldman Sachs sieht das Ende der Hedgefonds-Kapitulation
Der Ausverkauf an den Weltmärkten hat eine Dimension erreicht, die selbst hartgesottene Händler erzittern lässt. Was in der vergangenen Woche noch wie ein moderater Rücksetzer als Reaktion auf den Iran-Krieg aussah, hat sich zu einem flächendeckenden Panic-Selling ausgeweitet. Der Nasdaq 100 befindet sich bereits in einer offiziellen Korrektur, nachdem […] (00)
vor 37 Minuten
Forscher untersuchen Eignung als CO2-Speicher
Schlieren, 31.03.2026 (lifePR) - Eignen sich Weinberge als Speicher für Kohlendioxid? Dieser Frage gehen Forscher mit einem Projekt in einem Öko-Weingut in Rheinhessen nach. Ihre Hoffnung: Weinberge könnten dabei helfen, das bundesweite Ziel der CO 2 -Neutralität bis 2050 zu erreichen.  Forscher im Weinberg Das Weingut Sander in Mettenheim in […] (00)
vor 3 Stunden
 
Bauarbeiter (Archiv)
Wiesbaden - Im Februar 2026 sind rund 45,5 Millionen Menschen mit Wohnort in […] (00)
Frankfurter Börse
Frankfurt/Main - Der Dax ist am Dienstag kaum verändert in den Handelstag gestartet. […] (00)
Illustration - Polizei und Krankenwagen
Hamburg (dpa) - Nach der Auseinandersetzung an einer Hamburger Schule schwebt der 13- […] (03)
Achim Truger (Archiv)
Duisburg - Der Wirtschaftsweise Achim Truger fordert eine makroökonomische Reaktion […] (02)
bitcoin, table, courses, finance, virtual, crypto, currency, money, coin, computer
Mehr als 40% der Altcoins notieren am oder nahe ihrem Allzeittief, wie Daten des […] (00)
«KLAR»: NDR und BR zeigen sechs neue Folgen
Das Reportage-Format kehrt mit einer neuen Folge über den Alltag von Polizistinnen und […] (00)
Mick Schumacher
Gordonville/Birmingham (dpa) - Die Ranch seiner Familie in Texas besucht Mick […] (00)
Werft einen Blick zurück auf WrestleMania 42 und den kommenden Inhalten
Auf dem Weg zu WrestleMania 42 freuen wir uns, euch einige Neuigkeiten zu WWE 2K26 […] (00)
 
 
Suchbegriff