Lufthansa und Vereinigung Cockpit: Im Spannungsfeld zwischen Sparmaßnahmen und Betriebsfrieden
Die Lufthansa stößt auf Widerstand bei der Umsetzung ihres Sparprogramms innerhalb ihrer Kerngesellschaft. Die Verzögerungen sind maßgeblich auf die ablehnende Haltung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zurückzuführen, die Verbesserungsvorschläge zur effizienteren Personalnutzung abgelehnt hat.
In den Verhandlungen hat die Lufthansa verschiedene Maßnahmen zur Mehrarbeit vorgeschlagen. Dazu zählt auch der Verzicht der Piloten auf Gehaltsbestandteile, die bisher Nachteile durch kürzere Flugzeiten ausgeglichen haben. Ziel ist es, vermehrt eigene Flugzeuge auf Kurz- und Mittelstreckenrouten einzusetzen.
Die Gewerkschaft VC beharrt darauf, den derzeitigen Personalbestand von etwa 4.800 Piloten aufrechtzuerhalten, was zusätzliche Neueinstellungen von 400 bis 500 Piloten in den kommenden Jahren erfordert. Seitens der Lufthansa sind 250 neue Stellen in Aussicht gestellt worden, allerdings sollen diese zunächst nur zu 50 Prozent besetzt werden.
Abseits des Kabinenpersonals in München gilt ein genereller Einstellungsstopp. Die Luftfahrtgesellschaft musste im vergangenen Jahr Verluste verzeichnen, eine Ausnahme im Konzern. Die Ursachen sind hohe Betriebskosten und eine unzureichende Flugzeugflotte.
Mit dem Sanierungsprogramm 'Turnaround' strebt Lufthansa schon ab 2024 an, bis 2028 den operativen Gewinn um 2,5 Milliarden Euro zu steigern. Obwohl ein Unternehmenssprecher die laufenden Gespräche mit VC nicht als gescheitert betrachtet, kündigte die Tarifkommission der VC an, nun auch streikbare Themen anzugehen.
Ein Arbeitskampf scheint damit wahrscheinlicher zu werden.

