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Luftfahrt-Sicherheit stagniert: Gefahr durch Wachstum?

12. Februar 2025, 08:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Jahrzehntelang nahm die Sicherheit in der Luftfahrt zu. Doch nun zeigen sich Risse im System. Ist das Flugzeug wirklich noch das sicherste Verkehrsmittel?

Das Flugzeug gilt als das sicherste Verkehrsmittel der Welt. Statistisch gesehen überlebt ein Passagier eine Flugreise mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit. Doch während moderne Jets technisch immer ausgereifter werden, rückt eine andere Gefahr in den Fokus: der Mensch.

Flugzeugkatastrophen entstehen heute nur noch selten durch technische Defekte – doch die Zahl der Beinahe-Kollisionen und gefährlichen Zwischenfälle nimmt zu. Gründe dafür sind ein rasanter Personalmangel, gestiegener Kostendruck und Airlines, die immer mehr auf Effizienz setzen – manchmal auf Kosten der Sicherheit. Ist das Flugzeug also wirklich noch so sicher, wie wir glauben?

Sicherheit in der Luft – die Statistik kippt

Fliegen war noch nie so sicher wie heute – so lautet zumindest das gängige Narrativ der Branche. Ein Blick auf die Zahlen zeigt jedoch: Die stetige Verbesserung der Luftfahrtsicherheit hat sich in den letzten Jahren verlangsamt. Seit 2017 stagniert die Zahl der Unfälle auf einem konstanten Niveau.

  • 2024 kamen auf 100 Millionen Passagiere sieben Todesopfer.
  • Die Zahl der Beinahe-Zusammenstöße in der Luft nimmt zu.
  • Immer mehr Unfälle sind auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Noch ist das Risiko extrem gering. Doch Luftfahrtexperten beobachten einen gefährlichen Trend: Die Fliegerei wächst schneller, als die Sicherheitsmaßnahmen mitkommen. Die Zahl der Passagiere verdoppelt sich bis 2044 auf geschätzte 11,5 Milliarden pro Jahr – das bedeutet: Mehr Piloten, mehr Fluglotsen, mehr Maschinen.

Und damit auch mehr Fehlerquellen.

Menschliche Fehler – die größte Gefahr am Himmel

Die meisten Flugzeugunglücke der letzten Jahre hatten eines gemeinsam: Sie waren vermeidbar.

Denn die größte Gefahr für die Luftfahrt ist längst nicht mehr die Technik – sondern der Mensch.

  • Unfälle durch technische Defekte sind auf einem historischen Tiefstand.
  • Piloten, Fluglotsen und Techniker stehen unter wachsendem Druck.
  • Airlines setzen verstärkt auf unerfahrene Mitarbeiter.

„Die Fliegerei hat ihre Experten-Schicht verloren“, warnt Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt. Während der Corona-Pandemie entließen Airlines massenhaft erfahrene Piloten und Techniker, um Kosten zu sparen. Viele kehrten der Branche für immer den Rücken.

Jetzt fehlt es an gut ausgebildeten Fachkräften – und das in einer Zeit, in der mehr Personal benötigt wird als je zuvor.

Schnellkurs statt Erfahrung: Pilotenmangel als Sicherheitsrisiko

Airlines brauchen dringend neue Piloten. Doch die Ausbildung dauert Jahre – und kostet viel Geld. Die Folge:

  • Immer mehr Fluggesellschaften setzen auf Schnellkurse.
  • Unerfahrene Piloten werden schneller als früher ins Cockpit gelassen.
  • Selbst auf Langstreckenflügen sitzen oft zwei unerfahrene Kollegen gemeinsam im Cockpit.

Flugsicherheit basiert auf Erfahrung. Ein erfahrener Kapitän kann in Sekundenbruchteilen die richtigen Entscheidungen treffen – eine Fähigkeit, die sich nicht aus Lehrbüchern lernen lässt. Doch der Mangel an qualifizierten Kapitänen bedeutet: Immer häufiger teilen sich zwei junge Co-Piloten die Verantwortung für ein vollbesetztes Flugzeug.

„Früher wären diese Piloten niemals gemeinsam eingeteilt worden“, gibt ein Lufthansa-Insider zu.

Sparmaßnahmen: Wenn Effizienz wichtiger wird als Sicherheit

Nicht nur die Piloten sind betroffen. Auch auf dem Boden wird gespart.

  • Fluglotsen in den USA arbeiten oft unterbesetzt.
  • Mechaniker haben weniger Zeit für Wartungen.
  • Sicherheitsprüfungen werden auf ein Minimum reduziert.

In Washington führte kürzlich eine fehlerhafte Kommunikation zwischen zwei überarbeiteten Fluglotsen fast zu einer Kollision – ein Szenario, das sich in den letzten Jahren immer häufiger wiederholt.

Auch Boeing hat gezeigt, wohin übertriebener Sparzwang führen kann: Das Desaster um die 737 MAX, bei dem 346 Menschen starben, wurde durch Management-Fehlentscheidungen ausgelöst. Sicherheitsbedenken wurden ignoriert, um schneller Geld zu verdienen.

Ein Airline-Vorstand bringt es auf den Punkt: „Bei Boeing hieß es früher: ‚Safety first‘. Heute ist es oft: ‚Profit first‘.“

Künstliche Intelligenz statt Piloten?

Einige Airlines sehen die Lösung für den Personalmangel in der Automatisierung.

  • KI soll künftig Aufgaben von Piloten übernehmen.
  • Langstreckenflüge könnten nur noch mit einem Piloten besetzt sein.
  • Doch wie sicher ist eine solche Entwicklung wirklich?

Technisch wäre es möglich, große Teile eines Fluges einer künstlichen Intelligenz zu überlassen. Doch was passiert, wenn es zu einem Notfall kommt?

„Piloten müssen innerhalb von Sekunden über Leben und Tod entscheiden. KI kann das nicht“, warnt ein Luftfahrtexperte.

Dennoch gibt es Airlines, die mit dem Gedanken spielen, einen der beiden Piloten im Cockpit durch ein automatisiertes System zu ersetzen – um Kosten zu sparen.

Ob Passagiere sich freiwillig in ein Flugzeug setzen, das von einer Maschine gesteuert wird, bleibt fraglich.

Finanzen / Aviation
[InvestmentWeek] · 12.02.2025 · 08:00 Uhr
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