Louvre-Attacke: Neuer Schock für terrorgeplagtes Frankreich

03. Februar 2017, 16:57 Uhr · Quelle: dpa

Paris (dpa) - Plötzlich fallen Schüsse am Eingang der unterirdischen Einkaufspassage, durch die jeden Tag Touristenströme zum Pariser Louvre ziehen. «Ich habe wirklich Angst gehabt», erzählt ein junger Mann dem Sender BFMTV. Menschen seien weggerannt und dabei gestürzt.

Es bleibt bei einem Augenblick des Schreckens: Die Kugeln kommen aus dem Gewehr eines Soldaten, sie stoppen einen mit einer Machete bewaffneten Angreifer.

Die vereitelte Attacke während des laufenden Präsidentschaftswahlkampfs weckt in Frankreich sofort die Erinnerung an die Terrorserie der vergangenen Jahre. Und sie trifft eins der bekanntesten Wahrzeichen der Hauptstadt, deren Tourismusbranche nach einem schwierigen Jahr 2016 gerade erst wieder neue Hoffnung geschöpft hatte.

Noch sind Identität und Motiv des Mannes unklar, der sich nach ersten Erkenntnissen an einem Eingang der Passage auf die Militärpatrouille stürzte und dabei Drohungen ausstieß. Doch der Ruf «Allahu akbar» (Gott ist groß), den Islamisten häufiger bei ihren Attacken nutzen, und der symbolträchtige Ort neben dem weltberühmten Museum lassen sofort an einen Anschlag denken. Schnell übernehmen Anti-Terror-Spezialisten der Pariser Staatsanwaltschaft den Fall.

Hunderte Besucher des Museums werden zunächst vorsichtshalber an Ort und Stelle festgesetzt und dann nach und nach aus dem Gebäude geführt. Rund um das historische Palais öffnen zwei Stunden nach den Schüssen schon wieder die Geschäfte und Galerien. «Ich will eigentlich heute Nachmittag meinen Kunstkurs im Louvre besuchen», sagt Huguette Toumine. Die 76 Jahre alte Pariserin macht sich keine Sorgen wegen des Zwischenfalls. «Es ist ja niemand gestorben. Das Leben geht weiter, und ich werde mich nicht Zuhause einschließen.»

Die Stimmung sei schon angespannt, findet die Studentin Cassandra Niccolo. «Aber die Polizei scheint die Situation gut im Griff zu haben.» «Das ist ein erneuter Schock für Paris», sagt der Belgier Max Fierens, der mit seiner Freundin gerade erst in Paris angekommen ist. «Wir wollen trotzdem versuchen, später den Louvre zu besichtigen.»

Viel Lob gibt es für die Reaktion der Männer in Tarnuniform, die in der Einkaufspassage «Carrousel du Louvre» unterwegs waren. Sie versuchten zunächst, den Angreifer im Nahkampf zu stoppen - als das nicht klappte, feuerte ein Militär fünf Schüsse ab und verletzte ihn schwer.

Die Soldaten sind Teil der Anti-Terror-Mission «Sentinelle»: ständige Militärpatrouillen, die an Touristen-Attraktionen wie dem Louvre längst zum Alltag gehört. Der Einsatz ist nicht unumstritten, nach der Pariser Terrornacht vom 13. November 2015 gab es etwa Debatten, weil Soldaten in der Nähe des Musikclubs «Bataclan» nicht gegen die Geiselnehmer eingesetzt wurden.

Nach der verheerenden Terrorserie von Anfang 2015 bis Mitte 2016 war das Land in den vergangenen Monaten von neuen Anschlägen verschont geblieben. Sollte sich nun ein terroristisches Motiv bestätigen, könnte das Thema im Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen forderte jedenfalls prompt «radikale Maßnahmen gegen diese Geißel». Französische Behörden warnen regelmäßig, dass die Gefahr neuer Anschläge hoch sei - und das Parlament hat den Ausnahmezustand mit Blick auf die anstehenden Wahlen bis Mitte Juli verlängert.

Vor allem ausländische Besucher hatten die Hauptstadt nach den Terorranschlägen gemieden, 2016 sank die Zahl der Hotelbesucher um etwa sechs Prozent. Gerade erst hatte das Tourismusbüro von positiven Zeichen berichtet. «Wir können die Entwicklungen heute noch nicht abschätzen», sagt eine Sprecherin am Freitag. Glücklicherweise seien keine Touristen betroffen gewesen. Bürgermeisterin Anne Hidalgo betont denn auch umgehend: «Wir haben hier heute die Wirksamkeit und Richtigkeit der Sicherheitsvorkehrungen in Paris feststellen können.»

Terrorismus / Kriminalität / Frankreich
03.02.2017 · 16:57 Uhr
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