Libanon kämpft mit dramatischer Wasserknappheit
Die Wasserknappheit im Libanon erreicht laut Energieminister Joseph Saddi beispiellose Ausmaße. Er berichtet von einem drastischen Rückgang der Niederschlagsmenge um 51 Prozent verglichen mit dem Durchschnitt der letzten Jahre. Auch die Anzahl der Regentage hat sich von 75 auf nur noch 45 reduziert, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete.
Diese Entwicklung hat zur Folge, dass viele Dämme und Grundwasserreserven nur teilweise gefüllt sind. Minister Saddi kritisierte zudem das Fehlen vorausschauender Maßnahmen im Land. Während andere Staaten frühzeitig auf mögliche Wasserengpässe reagieren, stehe der Libanon unvorbereitet vor der aktuellen Krise. Die derzeitige Wasserlage beschreibt er als katastrophal, weswegen sowohl kurzfristige Notfallpläne als auch langfristige Reformen eingeleitet wurden.
Experten vor Ort schlagen ebenfalls Alarm. Nadim Faradschalla, Leiter für Nachhaltigkeitsstrategie an der Libanesisch-Amerikanischen Universität in Beirut, betont, dass vor allem das anhaltende Missmanagement der Regierung die Situation weiter verschärfe. Leider verfüge das Land nur über begrenzte Möglichkeiten, um während der regenreicheren Wintermonate Wasser zu sammeln und zu speichern. Zusätzlich seien die Wasserbehörden personell überlastet und könnten den wachsenden Herausforderungen nicht effektiv begegnen.

