Letzte Minute: Trump verschiebt US-Zölle auf Importe aus der EU
Die unerwartete Verschiebung der US-Zölle auf Importe aus der EU sorgt für Erleichterung und zusätzliche Verhandlungszeit. Präsident Donald Trump hat bekannt gegeben, dass die neuen Zollregelungen nicht wie ursprünglich geplant am 1. August, sondern erst am 7. August in Kraft treten werden. Dies schafft einen kurzen, aber willkommenen Aufschub für Händler, Zollbeamte und Unternehmen, die sich an die neuen Bestimmungen anpassen müssen.
Währenddessen schweigt die EU-Kommission zu der Verzögerung, die jedoch auch als Chance gesehen wird. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic hebt in sozialen Medien hervor, dass die künftige Zollobergrenze von 15 Prozent die Stabilität und das Vertrauen in die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen stärken würde. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche betrachtet die Situation als Gelegenheit zur Anpassung an neue Systeme.
Die am 8. August geplanten «reziproken Zölle» zielen darauf ab, angebliche Handelsungleichgewichte zu beseitigen. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass bestehende Sonderzölle von 27,5 Prozent auf Autos und Autoteile auf die neuen 15 Prozent gesenkt werden. Überraschenderweise wurde diese Änderung jedoch in der aktuell von Trump unterzeichneten Verordnung nicht explizit behandelt. Hinter den Kulissen hatte Trump das Datum des 1. August als Verhandlungsdruck genutzt.
Ein Dekret seinerseits führte zu intensiven Verhandlungen mit betroffenen Ländern, darunter auch die EU. Der finale Zollsatz auf EU-Produkte wurde schließlich auf 15 Prozent festgelegt. Neben der EU sind zahlreiche andere Länder von den Zöllen betroffen. Besonders drastisch sind die Erhöhungen gegen Brasilien, wo Zollgebühren auf bis zu 50 Prozent ansteigen.
Im Gegensatz dazu wird Kanada mit einem besonders hohen Zollsatz von 35 Prozent belegt, was der angespannte diplomatische Lage mit dem Nachbarland reflektiert. Juristisch wurden die erhobenen Zölle bereits vom Gericht für internationalen Handel in New York angefochten, jedoch vorläufig von einer höheren Instanz wieder eingesetzt. Der endgültige Entscheid steht jedoch noch aus, und der Fall könnte bis vor den Obersten US-Gerichtshof gelangen.

