Leichtes Kursminus bei deutschen Staatsanleihen trotz rückläufiger Inflation
Mit minimalen Einbußen sind die Kurse deutscher Staatsanleihen in die neue Handelswoche gestartet. Der wegweisende Euro-Bund-Future konnte anfängliche moderate Gewinne nicht halten und fiel bis zum späten Montagnachmittag um 0,14 Prozent auf 130,05 Punkte. Trotz dieser Entwicklung blieben die Schwankungen insgesamt in einem überschaubaren Rahmen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg dabei auf 2,61 Prozent.
Inflationsdaten aus Deutschland und Italien führten zu Diskussionen unter Investoren. In Italien, der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone, überraschte die stagnierende Teuerung von 1,7 Prozent, die leicht ansteigen sollte. In Deutschland sanken die Inflationsraten aufgrund günstigerer Energiepreisen und geringeren Preissteigerungen bei Lebensmitteln unerwartet auf 2 Prozent – der niedrigste Wert seit über sechs Monaten.
Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust, bleibt jedoch trotz des Rückgangs der Inflationsrate skeptisch. Er betont: "Das Preisklima in Deutschland bleibt auf hohem Niveau, ähnlich wie die Außentemperaturen. Der Anstieg um 2,0 Prozent zeigt kaum eine Abkühlung gegenüber dem Vormonat." Vor allem im Dienstleistungssektor steigen die Preise weiter, und die Urlaubszeit bringt keine nennenswerte Erholung von der Inflation.

