Leergut im Fokus: Die Debatte um Mehrwegpfand in Deutschland
In deutschen Städten nimmt die Anzahl der zurückgelassenen leeren Mehrwegflaschen deutlich zu. Stadtwerke und kommunale Entsorger sehen darin eine Herausforderung und melden vermehrt Müll aus leeren Bier- und Limonadenflaschen im öffentlichen Raum. Diese Pfandflaschen sind häufig mit nur acht bis 15 Cent belegt und verlieren so an Anreiz zur Rückgabe. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) betont, dass sich die Pfandhöhe über Jahre nicht verändert habe und fordert eine Reform.
Besonders in Großstädten wie Hamburg, Köln und Frankfurt bleibt der Flaschenmüll nach Veranstaltungen liegen. Dabei geben die Entsorger an, dass die Flaschen oft beschädigt oder schmutzig seien und daher gleich in der Müllverbrennungsanlage landeten - ein weiteres Zeichen für den mangelhaften Anreiz zur Rückgabe. Diese Problematik wurzelt in der anhaltend geringen Pfandhöhe, die seit der Euro-Umrechnung aus alten 15 Pfennig resultiert und nicht gesetzlich geregelt ist.
Obwohl die Rückgabequote laut Arbeitskreis Mehrweg stabil zwischen 98 und 99 Prozent liegt, fordert der VKU eine Erhöhung des Pfands auf mindestens 20 bis 25 Cent. Diese Erhöhung wird von einigen Akteuren wie Fritz-Kola unterstrichen, stößt jedoch bei großen Verbänden der Getränkewirtschaft wie dem Deutschen Brauer-Bund auf Kritik, da sie wirtschaftliche Probleme für kleinere Brauereien befürchten.
Ein Blick nach Österreich zeigt, dass dort die Pfanderhöhung bereits Realität ist und die Vorsicht im Umgang mit Glasverpackungen dadurch zunahm. Tobias Bielenstein vom Arbeitskreis Mehrweg fordert eine Harmonisierung auf europäischer Ebene, um gemeinsam mit der EU-Verpackungsverordnung die Debatte voranzutreiben. Die Zukunft der Mehrwegflaschen bleibt somit in Deutschland spannend und offen für weitere Diskussionen.

