Lauterbach fordert Aufarbeitung der Corona-Politik als dringende Aufgabe
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat kürzlich im Deutschlandfunk betont, dass die Aufarbeitung der Corona-Politik nach der Bundestagswahl ein dringendes Erfordernis bleibt. Lauterbach, erfahrener SPD-Politiker, erkannte an, dass dies ein Versäumnis der Ampel-Regierung war und unmittelbar nach der Regierungsbildung angegangen werden müsse.
Eine solche Aufarbeitung sei essenziell, um das Vertrauen der Bevölkerung in künftige Maßnahmen bei einer neuen Pandemie zu sichern. Anlass für diese Aussagen des Ministers war der fünfte Jahrestag der ersten bestätigten Corona-Infektionen in Deutschland.
In seinem Rückblick bewertete Lauterbach die vorsichtige Herangehensweise der Regierung während der Pandemie insgesamt positiv und betonte, dass Deutschland mittlerweile technisch besser auf zukünftige Pandemien vorbereitet sei. Die Modernisierung der Gesundheitsämter, Fortschritte bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen sowie die Einführung eines Abwassermonitorings und eines Pandemie-Radars seien wesentliche Meilensteine.
Zudem könnten Impfstoffe inzwischen deutlich schneller entwickelt werden. Dennoch räumte Lauterbach auch Fehler besonders in der langen Schließung von Schulen ein und meinte, hier hätte man mit mehr Augenmaß agieren sollen. Gleichzeitig hätte man bei Unternehmen strikter vorgehen können.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterstützte ebenfalls die Forderung nach einer umfassenden Analyse der Corona-Politik. Er drohte an, notfalls selbst Initiativen zu ergreifen, sollte die neue Regierung oder der Bundestag dieser Aufgabe nicht nachkommen.
Steinmeier äußerte, dass eine solche Aufarbeitung das Vertrauen in die Demokratie bei skeptischen Bürgern wieder stärken könnte.

