Kurswechsel bei der Energiewende: Kosteneffizienz im Fokus
Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche hat angekündigt, die Energiewende auf einen neuen Kurs zu bringen. Sie legt den Schwerpunkt darauf, die Kosten zu reduzieren, indem der Ausbau erneuerbarer Energien mit größerer Kosteneffizienz verknüpft wird. Demnach sollten Betreiber von Ökostrom-Anlagen künftig stärker zur Finanzierung des Stromnetzausbaus beitragen. Ende des Sommers plant Reiche, einen „Realitätscheck“ zur bisherigen Energiewende vorzulegen. Eine wesentliche Herausforderung sei dabei, die Volatilität der erneuerbaren Energien zu steuern, wobei Speicherlösungen zwar Teil der Lösung, aber nicht ausreichend seien.
Zu oft musste der Ausbau erneuerbarer Energien wegen mangelnder Netzkapazitäten gedrosselt werden, was hohe Kosten verursache. Aktuell seien um die 30 Milliarden Euro an Netzbelastungen auf die Stromkunden verschoben worden, was nach Reiches Ansicht keine langfristige Lösung darstellt. Ihrer Meinung nach müsse der gesamte Prozess effizienter gestaltet werden, um eine faire Verteilung der Kosten zu gewährleisten. Die Bundesnetzagentur setzt sich für eine breitere Finanzierungsbasis ein, in der mehr Akteure an den Netzkosten beteiligt werden.
Reiche äußerte zudem Skepsis gegenüber bisherigen Prognosen zum künftigen Stromverbrauch, der bis 2030 und 2035 stark steigen soll – insbesondere im Zuge der Elektromobilität und Digitalisierung. Dennoch sei noch unklar, ob diese Annahmen der Realität entsprechen werden. Die Ministerin bekräftigte, dass sie an den Klimazielen für 2045 festhalte, diese jedoch als äußerst ambitioniert einschätze. Greenpeace übte harsche Kritik an Reiches Plänen und bezeichnete ihren Ansatz als Rückschritt, der den Ausbau erneuerbarer Energien bremse.

