Kurssturz bei Kenvue: Weiße Haus befeuert Unsicherheiten
Die Aktien des Tylenol-Herstellers Kenvue erlebten einen turbulenten Wochenstart: Am Montag rutschten sie um über 7 % ab und verlängerten damit den bisherigen Jahresverlust auf insgesamt 21 %. Doch des Anlegers Leid dauerte nicht allzu lange, denn nach Börsenschluss verzeichneten die Papiere eine Erholung um mehr als 4 %.
Zu diesem Kurseinbruch führte die Ankündigung offizieller Stellen im Weißen Haus, dass eine Verbindung zwischen dem Konsum von Tylenol während der Schwangerschaft und Autismus bestehen könnte. Dieser Sachverhalt wurde am Montagabend in einer Pressekonferenz von Robert F. Kennedy Jr., dem Gesundheitsminister, bestätigt. Laut Marty Makary, dem Chef der US-Arzneimittelbehörde FDA, sollen Maßnahmen ergriffen werden, um die Etikettierung von Acetaminophen, dem Wirkstoff von Tylenol, zu aktualisieren. Ärzte im ganzen Land sollen über die möglichen Risiken dieses Schmerzmittels bei Schwangeren informiert werden.
Die Gesundheitsbehörden fordern eine vorsichtige und überlegte Verschreibungspraxis hinsichtlich des Medikaments, um die Risiken für Schwangere zu minimieren. Ein weiterer Bericht zur Verwendung von Tylenol bei Schwangeren ist für diesen Monat angekündigt.
Obwohl Kenvue entschieden von einem fehlenden kausalen Zusammenhang zwischen Acetaminophen und Autismus spricht und sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützt, bleibt die Sorge um die Medikamentensicherheit bestehen. Die Aktien von Kenvue reihen sich damit in die Liste von Pharmaunternehmen ein, die seit dem Amtsantritt Kennedys und der neuen Diskussion um Gesundheitsthemen unter Druck geraten sind. Insbesondere Impfstoffhersteller erleben aufgrund der geänderten Richtlinien Empfindlichkeiten.
Die von Kennedy geäußerten Ansichten zu Impfstoffen und deren angeblichen Verbindungen zu Autismus stoßen bei vielen medizinischen Experten auf Ablehnung. Unternehmen wie Pfizer und Merck & Co. mussten ebenfalls seit Kennedys Übernahme des Gesundheitsressorts Federn lassen.

