Kurdische Autonomie: Das Ende eines Experiments
Das Rojava-Projekt in Nord- und Ostsyrien, bekannt für seine Rätedemokratie und seine Prinzipien der Geschlechtergerechtigkeit sowie der Gleichstellung ethnischer Gemeinschaften, steht vor einem Wendepunkt. Diese Initiative, die von vielen linken Bewegungen weltweit als Vorbild gesehen wurde, könnte bald der Vergangenheit angehören.
Der Grund dafür liegt in der jüngsten Offensive syrischer Regierungstruppen. Ein zentraler Faktor für diese Entwicklung ist die neue Haltung der USA in der Region. Für Washington war es stets von Bedeutung, den iranischen Einfluss einzugrenzen und Syrien von der sogenannten 'Achse des Widerstands' zu lösen. Doch mit dem Machtwechsel in Syrien—weg von der Baath-Partei hin zu Ahmed Al-Scharaas Islamisten—sahen die USA keine Notwendigkeit mehr, ihre bisherige Unterstützung der Kurden, die auch Spannungen mit der Türkei verursachte, weiterzuführen. Die geopolitischen Manöver der USA haben somit entscheidend dazu beigetragen, dass das kurdische Autonomieprojekt auf der Kippe steht und die Zukunft der Region ungewiss bleibt.

