Künstliche Intelligenz als Wachstumstreiber: Wandel auf Deutschlands Arbeitsmarkt
Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert, dass der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Deutschland das Bruttoinlandsprodukt in den kommenden 15 Jahren jährlich um 0,8 Prozentpunkte steigern könnte. Dabei wird erwartet, dass KI die Wirtschaft mit einem erheblichen zusätzlichen Wertschöpfungspotenzial von 4,5 Billionen Euro bereichern wird.
Ausschlaggebend dafür sind vor allem Materialeinsparungen, höhere Arbeitsproduktivität sowie die Erschließung neuer Geschäftsfelder. Obgleich deutliche Umwälzungen auf dem Arbeitsmarkt befürchtet werden, dürfte die Gesamtzahl der Arbeitsplätze weitestgehend stabil bleiben.
Der Studie zufolge werden jedoch rund 1,6 Millionen Arbeitsplätze von einem Strukturwandel betroffen sein, der sowohl den Abbau als auch die Neuschaffung von Stellen umfasst. Insbesondere der IT-Sektor könnte mit einem Anstieg von etwa 110.000 Arbeitsplätzen zu den Gewinnern dieser Entwicklung gehören. Dagegen könnten in den Unternehmensdienstleistungen rund 120.000 Arbeitsplätze wegfallen.
Ein entscheidender Faktor wird die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen sein. Laut IAB-Experte Enzo Weber sind künftig andere Tätigkeiten und Kompetenzen gefragt, was die Erschließung neuer Geschäftsmodelle und der Aufbau der notwendigen Infrastruktur für KI unabdingbar macht.
Sein Kollege Christian Schneemann ergänzt, dass KI auch eine Antwort auf den demografischen Wandel darstellen könnte. Hierfür seien jedoch gezielte Qualifizierungsstrategien sowie eine hohe Anpassungsbereitschaft seitens Wirtschaft und Gesellschaft erforderlich.

