Kubicki kontert Strack-Zimmermanns Gummihammer-Tweet

01. Juni 2026, 16:44 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Wolfgang Kubicki am 30.05.2026
via dts Nachrichtenagentur
Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Wolfgang Kubicki am 30.05.2026
Kubicki und Strack-Zimmermann tauschen nach der FDP-Vorsitzwahl verbale Spitzen aus, betonen aber ihre inhaltliche Nähe.

Berlin - Der neugewählte FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat den "Gummihammer"-Tweet seiner unterlegenen Herausforderin Marie-Agnes Strack-Zimmermann gekontert. Es sei gar nicht so leicht, mit einem Gummihammer liberale Nägel einzuschlagen, sagte Kubicki am Montag dem Nachrichtensender "Welt". Er habe das mal versucht, "mit einem Gummihammer liberale Nägel einzuschlagen, überhaupt Nägel einzuschlagen", und sei "gnadenlos gescheitert".

Strack-Zimmermann hatte bei X/Twitter in Richtung Kubicki gepostet, jetzt wisse sie ja, wo der Hammer hänge, und habe ihn sicherheitshalber an sich genommen, denn sie wolle ja nicht, "dass Du Dir versehentlich weh tust". Strack-Zimmermann reagierte damit auf das Kubicki-Zitat: "Marie-Agnes, Du hast nur 40 Prozent - und jetzt weißt Du, wo der Hammer hängt." Diese Auseinandersetzung will Kubicki aber insgesamt nicht überbewertet wissen.

Man müsse verstehen, dass sie beide "meinungsstarke Persönlichkeiten" seien und sich "auch gelegentlich wirklich necken, im wahrsten Sinne des Wortes". Sie seien 13 Jahre gemeinsam in Führungsverantwortung, in den Spitzengremien der Partei. Und sie habe ihm nach der Wahl gesagt, er wisse jetzt, dass 40 Prozent der Mitglieder mit ihr gemeinsam ein Auge auf ihn werfen würden. Da habe er nur zurückgeworfen: "Marie-Agnes, 60 Prozent zeigen Dir, wo der Hammer hängt." Auch das hätten sie am Morgen in einer gemeinsamen Präsidiumssitzung wieder "nett auseinanderklamüsert", hätten sich aber darauf verständigt, dass die "Fortsetzung der Nickeligkeiten" in der deutschen Öffentlichkeit die "Ahnung" hinterlassen würde, zwischen ihnen würde es nicht stimmen.

In der Sache finde er die Zuschreibung, dass die 40 Prozent alle Linksliberale seien oder die anderen 60 Prozent alle Rechtsliberale, "ziemlich komisch", so Kubicki. Er "finde es immer schön, dass man den Wettbewerb sofort zur Zerrissenheit erklärt - dann dürfte ja in demokratischen Parteien überhaupt niemand gegen jemand anderes kandidieren". Außerdem seien er und Strack-Zimmermann in politischen Fragen auch gar nicht weit auseinander: "Ich kenne keinen politischen Punkt, wo Marie-Agnes Strack-Zimmermann und ich unterschiedlicher Auffassungen sind. Wir intonieren das vielleicht ein bisschen anders und sind auch ein bisschen pointierter, unterschiedlich. Ich bin der Letzte, der Marie-Agnes Strack-Zimmermann zur Zurückhaltung auffordern dürfte, weil ich ja selbst jemand bin, der nicht zurückhaltend ist. Aber in welcher politischen Frage - würde ich mal alle fragen, die das jetzt auch in den Zeitungen schreiben - in welcher politischen Frage kann mir dokumentiert werden, dass ihre Auffassung, die sie äußert, von meiner abweicht?"

Auch Strack-Zimmermann legt im Ringen mit dem neugewählten FDP-Vorsitzenden derweil noch einmal nach. "Jeder Chef braucht motivierte Mitstreiter", sagte sie dem Nachrichtenportal T-Online. "Kein Parteivorsitzender kann einfach seinen Stiefel durchziehen, er braucht Partner, Kolleginnen und Kollegen, Verbündete im besten Sinne, die ihren Kopf hinhalten und kämpfen."

Keiner sei "allein unterwegs", so Strack-Zimmermann, und sie sei fest überzeugt, dass die künftige Zusammenarbeit auch gelinge. "Dazu müssen wir beide selbstverständlich konstruktiv sein. Ich erwarte das von Wolfgang Kubicki und er kann das auch von mir erwarten", sagte sie. "Das schließt selbstverständlich nicht aus, dass wir nicht auch inhaltlich diskutieren werden, wenn erforderlich." Die Europapolitikerin weiter: "Ich bin kein Stachel im Fleische eines Kollegen, ganz sicher aber im Fleische anderer Parteien und werde meinen Teil dazu beitragen, dass wir wieder erfolgreich sein werden."

Zum künftigen Kurs der FDP, die unter anderem über ihren Umgang mit der AfD und das Werben um mögliche Wähler der Rechtspopulisten streitet, sagte sie: "Ich glaube nicht, dass wir mit schrillen Tönen überzeugte AfD-Wähler wieder zurückgewinnen. Die unappetitliche Tonlage der AfD sind wir nicht und wollen wir niemals sein. Sie löst Empörung, Angst und Unmut aus."

Politik / Deutschland / Parteien / FDP / Wolfgang Kubicki / Marie-Agnes Strack-Zimmermann
01.06.2026 · 16:44 Uhr
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