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Krypto-Offensive bei Trade Republic: Was Anleger jetzt wirklich erwartet

17. November 2025, 19:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Trade Republic integriert ein Krypto-Wallet mit Transfers und Staking. Damit schließt sich der Kreis für langfristigen Vermögensaufbau in einer App.

Ein Schritt ohne Umwege: Trade Republic öffnet das Wallet – und damit ein neues Kapitel

Trade Republic macht ernst. Drei Monate, drei Produktankündigungen – und nun der vielleicht bedeutendste Schritt des gesamten Plattformumbaus: ein integriertes Krypto-Wallet, das erstmals Ein- und Auszahlungen von Coins erlaubt, Staking möglich macht und die eigene Debitkarte zu einem Kryptowerkzeug aufwertet.

Die Botschaft der Berliner ist eindeutig: Wer langfristiges Vermögen aufbauen will, soll künftig gar nicht mehr daran denken müssen, andere Anbieter zu nutzen.

Aktien, ETFs, Private Equity, Anleihen, Kryptowährungen – alles aus einem Guss. Alles in einer App. Und erstmals alles unter einer europäischen Vollbanklizenz.

„Ein Kuchen, keine Linie“ – und der letzte fehlende Baustein

Christian Hecker, Mitgründer und das Gesicht des Neobrokers, zeichnete in seiner Keynote das neue Selbstbild: ein Kreisdiagramm, das die Plattform als Vierklang beschreibt. Brokerage. Private Markets. Fixed Income. Und nun Krypto.

„Langfristiger Vermögensaufbau ist kein Chart, sondern ein Kuchen“, erklärte er – bewusst provokant, um sich vom klassischen Trading-Narrativ abzusetzen. Jede Anlageklasse ist ein Kuchenstück. Mit dem Wallet sei der Kreis jetzt geschlossen.

Drei Funktionen, die das Krypto-Segment komplett verändern sollen

Der Ausbau betrifft nicht nur Optik und Marketing, sondern greift tief in das Produktdesign ein.

1. Krypto-Transfers
Erstmals dürfen Nutzer Kryptowährungen zu Trade Republic übertragen – oder von dort aus versenden. Ein gewaltiger Unterschied zum bisherigen System, in dem Käufe nur intern abgewickelt wurden. Die Wallet verschiebt Trade Republic damit technisch wie strategisch in die Liga ausgewachsener Kryptoplattformen.

2. Staking
Nutzer können Coins in das jeweilige Netzwerk „delegieren“ und dafür Erträge erhalten. Hecker beschreibt es so: „Die Blockchain verarbeitet Transaktionen – und braucht dafür Coins. Wenn Sie Ihre Coins bereitstellen, erhalten Sie eine Vergütung.“
Für die Berliner ist das mehr als ein Feature: Es ist ein Schritt hinein in die Infrastruktur-Ebene der Kryptomärkte.

3. Crypto Saveback – 2 Prozent statt 1 Prozent
Die hauseigene Visa-Debitkarte bekommt ein neues Alleinstellungsmerkmal. Wer mit Kryptowährungen zahlt, erhält nun 2 Prozent in Krypto zurück. Ein Versuch, alltägliche Bezahlvorgänge an die digitale Vermögensverwaltung zu koppeln.

Die PR-Offensive: Sky du Mont und ein 1-Prozent-Transferbonus

Wie schon bei Private Equity und Anleihen setzt Trade Republic auch hier auf eine populäre Vermittlung. Sky du Mont soll in Video-Masterclasses das neue Krypto-Ökosystem erklären – eine Mischung aus Edutainment und elegantem Markenaufbau.

Dazu kommt ein unerwartet großzügiger Einstieg:
Für jeden Euro, der bis Jahresende als Krypto zu Trade Republic transferiert wird, gibt es 1 Prozent Bonus obendrauf.
Ein zeitlich begrenzter Anreiz, der besonders erfahrene Krypto-Nutzer ansprechen dürfte.

Drei Keynotes, drei neue Geschäftsfelder – und nicht nur Freunde

Bemerkenswert ist das Tempo. Zwischen September und November hat Trade Republic drei komplett neue Produktbereiche geöffnet:

  • Private Equity, darunter Fonds von Apollo und EQT
  • Fixed Income, inklusive US-Dollar-Anleihen ab 1 €
  • Crypto Wallet, inklusive Transfers und Staking

Doch der Weg war nicht ohne Stolpersteine. Besonders die Private-Equity-Offensive hatte erhebliche Kritik ausgelöst: unklare Kosten, komplizierte Struktur, Warnungen der Stiftung Warentest. Erst später stellte sich heraus, dass die tatsächlichen Gebühren einzelner Fonds höher ausfielen als in der Keynote kommuniziert.

Trade Republic musste darauf reagieren – mit Nachbesserungen, Klarstellungen, Transparenzversprechen.

Dass die Kryptoprodukte dennoch kommen, und das in dieser Größe, zeigt vor allem eines: Das Unternehmen hält an seinem Plattformnarrativ fest.

Was dahintersteckt: Der strategische Umbau zum „Wealth Manager für die Masse“

Anbieter wie Vanguard, Schwab, Fidelity oder in Deutschland die großen Sparkassen dominieren seit Jahrzehnten den Vermögensverwaltungsmarkt. Doch kaum jemand adressiert junge, digital-affine Anleger mit demselben Anspruch an Vollständigkeit.

Trade Republic hingegen positioniert sich zunehmend als digitale Vermögensall-in-One-Lösung – günstig, einfach, aber zunehmend professioneller.

Dass die neue Wallet vollständig in die Banklizenz integriert ist, ist dabei weit mehr als ein Marketingclaim. Es bedeutet:

  • klare Aufsicht durch BaFin und EZB
  • regulatorisch belastbare Infrastruktur
  • Abgrenzung zu Kryptoanbietern ohne Vollbanklizenz

In einer Branche, die seit Jahren mit Insolvenzen, Hacks und Betrugsfällen zu kämpfen hat, ist das ein nicht zu unterschätzender Alleinstellungsfaktor.

Der Blick nach vorn: Was Anleger aus diesem Update wirklich mitnehmen sollten

Mit der Wallet sendet Trade Republic ein Signal, das über Kryptowährungen hinausgeht: Der Neobroker will weder Spielwiese bleiben noch Nischenanbieter werden. Er will der erste europäische Vermögensverwalter mit Massenmarkt-Durchdringung sein – technologisch, regulatorisch und strategisch.

Die nächsten Keynotes sind angekündigt. Welche Produkte folgen, bleibt offen. Immobilien? Rohstoffe? Pensionsprodukte?

Finanzen / Krypto / Trade Republic / Wallet / Staking
[InvestmentWeek] · 17.11.2025 · 19:00 Uhr
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