Kritische Zeiten für Redcare Pharmacy: Analysten sehen drohendes Risiko
Die Aktien der Onlineapotheke Redcare Pharmacy haben eine schwierige Woche hinter sich. Nach einer skeptischen Beurteilung durch die Experten von Kepler Cheuvreux fielen die Papiere am Mittwoch auf ein neues Tief seit Herbst 2023 und wurden zuletzt mit 99,65 Euro notiert, was einen Rückgang von 14 Prozent bedeutet. Insgesamt haben die Aktien im laufenden Jahr fast ein Viertel ihres Wertes eingebüßt und sind damit eine der schwächsten Positionen im MDax, nur knapp hinter Puma und Gerresheimer.
Kepler-Analyst Sven Sauer sieht ein kritisches strukturelles Risiko für das E-Rezept-Geschäft von Onlineapotheken, da die GesundheitsID ab April 2026 zur primären Zugangsmethode wird. Diese Freiwilligkeitsregelung könnte laut Sauer dazu führen, dass ein erheblicher Teil der Kunden von Redcare Pharmacy temporär oder dauerhaft als Besteller ausfällt. Durch diese drohende Lücke könnte das Anlagepotenzial der Onlineapotheke ernsthaft beeinträchtigt werden.
Währenddessen zeigte sich der Schweizer Wettbewerber DocMorris stabiler. Unterstützt durch eine erfolgreiche Kapitalerhöhung und dank einer verbesserten Bilanzstabilität bewertete Analyst Volker Bosse von der Baader Bank die Wachstumsaussichten positiv und stufte die Aktien auf "Add" hoch. Dennoch hatten auch DocMorris-Aktien im Wochenverlauf ein Rekordtief erreicht, nachdem sie im Jahr 2025 mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren hatten.

