Kritische Energieinfrastruktur: Ukraine unter Beschuss trotz Friedensgesprächen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erhebt schwere Vorwürfe gegen Russland, während sich die Welt auf eine neue Verhandlungsrunde zur Beendigung des Ukraine-Konflikts vorbereitet. In einem seiner neuesten Statements verurteilte Selenskyj die anhaltenden Angriffe auf ukrainische Energieanlagen und verwies auf Russlands Priorisierung kriegerischer Handlungen angesichts der kalten Wintertage.
Laut Selenskyj wurden dabei neun Menschen verletzt. Er appellierte eindringlich an die internationale Gemeinschaft, den Druck auf Russland zu erhöhen und die Ukraine rechtzeitig mit Raketen für ihre Flugabwehrsysteme auszustatten. Besonders betroffen von den Angriffen sind die nordostukrainischen Regionen Charkiw und Sumy, die Hauptstadt Kiew sowie angrenzende Gebiete.
Auch Regionen im Südosten wie Dnipropetrowsk, im Süden die Hafenstadt Odessa und im Westen das Gebiet um Winnyzja wurden Ziel der Angriffe. Über 70 Raketen und Marschflugkörper sowie 450 Kampfdrohnen soll das russische Militär laut Selenskyj in Richtung ukrainische Infrastruktur abgefeuert haben. Trotz der Schäden laufen die Reparaturarbeiten auf Hochtouren, um die Energieversorgung aufrechtzuerhalten.
Die schwelende Krise besteht seit nahezu vier Jahren und die Ukraine wird weiterhin maßgeblich von westlichen Staaten unterstützt. Zuletzt hatte der frühere US-Präsident Donald Trump verlauten lassen, dass Moskau unter Extremwetterbedingungen eine Pause der Angriffe auf die Energieinfrastruktur zugesichert habe. Diese Zusage galt bis zum vergangenen Sonntag. Die jüngsten Entwicklungen lassen jedoch Zweifel an einer dauerhaften Entspannung der militärischen Lage aufkommen.

