Krisenteufel im Nahen Osten: Netanjahu setzt auf militärischen Druck
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zeigt in der aktuellen Krise im Gaza-Streifen Entschlossenheit: Die islamistische Hamas sei nicht gewillt, eine Waffenruhe einzugehen oder über die Freilassung der Geiseln zu verhandeln.
In einer Video-Botschaft, die von der "Times of Israel" übersetzt wurde, verdeutlichte Netanjahu, dass seine Priorität die Befreiung der Geiseln und das Zerschlagen der Hamas sei. Die Familien der Geiseln äußerten unterdessen Kritik an der militärischen Strategie der israelischen Regierung.
Die Mehrheit der Familien der 50 in Gaza festgehaltenen Geiseln vertritt ein Forum, das Netanjahu vorwirft, dass militärische Mittel nicht zu deren Freilassung führen. Stattdessen warnt die Gruppe, dass eine Intensivierung der Kämpfe das Leben der Geiseln bedrohe.
Besorgniserregende Videos zeigen die Geiseln in beängstigenden Bedingungen, was die Dringlichkeit einer neuen Strategie verstärkt. Berichten zufolge prüft die israelische Führung tatsächlich militärische Optionen zur Geiselbefreiung.
Eine anonyme Quelle aus der Regierung ließ verlauten, dass Netanjahu eine militärische Lösung anstrebt. Dies geschehe in engem Dialog mit der amerikanischen Führung.
Zudem wird betont, dass die humanitäre Hilfe für die palästinensische Zivilbevölkerung, abseits der Kampfgebiete, weiterhin Bestand haben soll. Die komplexe Lage spitzt sich zu, da trotz monatelanger indirekter Verhandlungen zwischen Israel und Hamas kein Fortschritt erzielt wurde.
Das Schicksal von 50 weiter festgehaltenen Geiseln liegt in der Balance, mit mindestens 20 Überlebenden.

