Kraftwerksstrategie: Rückenwind für deutsche Gaskraftwerke
Die Bundesregierung hat zusammen mit der EU-Kommission eine neue Kraftwerksstrategie beschlossen, die den Bau moderner Gaskraftwerke vorsieht. Ziel ist es, die Stromversorgung nach dem geplanten Kohleausstieg im Jahr 2038 sicherzustellen. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die staatliche Förderung neuer Gaskraftwerke, die spätestens bis 2031 betriebsbereit sein sollen. Dabei soll sichergestellt werden, dass diese Kraftwerke so umgerüstet werden können, dass sie spätestens bis 2045 Wasserstoff nutzen können, um das Ziel der Klimaneutralität in Deutschland zu erreichen. Die endgültige Zustimmung aus Brüssel steht jedoch noch aus.
In einem ersten Schritt plant das Wirtschaftsministerium noch in diesem Jahr die Ausschreibung von zwölf Gigawatt an steuerbaren Kapazitäten, wovon zehn Gigawatt aus Gaskraftwerken stammen sollen. Der BDI und der BDEW unterstützen diese Maßnahmen ausdrücklich, da die Versorgungssicherheit für die Industrie von größter Bedeutung ist. Diese Kraftwerke sollen in Zeiten von sogenannten "Dunkelflauten", in denen erneuerbare Energien nicht genügend Strom liefern, als Reserve dienen.
Es gibt jedoch auch kritische Stimmen. Der Neubau von Gaskraftwerken sei nicht die einzige Lösung für die Versorgungssicherheit. Die Deutsche Umwelthilfe und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung plädieren für alternative Maßnahmen wie den Ausbau der erneuerbaren Energien und die bessere Vernetzung der Stromnetze.
Die Kosten für den Bau neuer Gaskraftwerke sind noch ungewiss, könnten aber in die Milliarden gehen und die Strompreise potenziell nach oben treiben. Energiekonzerne wie RWE, Uniper und die Steag Iqony Group haben bereits Pläne zum Bau neuer Kraftwerkskapazitäten in Deutschland angekündigt. Während RWE an Standorten in NRW investiert, plant Uniper die Einbringung wasserstofffähiger Kraftwerke, um die Energiewende kosteneffizient zu gestalten.

