Kraftproben im TikTok-Poker: Trump, Murdochs und ein ungelöstes Rätsel
Im Ringen um die Zukunft von TikTok in den USA könnte sich ein erstaunliches Bündnis formieren: Medienzaren Rupert und Lachlan Murdoch erwägen offenbar, sich dem Vorhaben von Präsident Donald Trump anzuschließen, um die beliebte Videoplattform vor einem drohenden Aus zu bewahren. Der Hintergrund ist ein vom US-Kongress verabschiedetes Gesetz, wonach TikTok seine Verbindungen zur chinesischen Muttergesellschaft ByteDance kappen muss, um aus Sicherheitsgründen sensible Nutzerdaten zu schützen. An weiteren Details zur geplanten Transaktion ließ Trump vergangenes Wochenende bei einem Auftritt auf Fox News teilhaben. Neben Trump-Verbündeten wie Oracle-Gründer Larry Ellison und Dell-Chef Michael Dell könnten auch die Murdochs durch ihr Unternehmen Fox Corp. in die amerikanische Investorenallianz einsteigen. Fox Corp. ist Eigentümer von Fox News und zeigt sich als starker Trump-Unterstützer.
Die Vereinbarung, die von der Weißen Haus-Sprecherin Karoline Leavitt am Samstag als nahezu besiegelt angekündigt wurde, sieht vor, dass Oracle für den Schutz der US-Nutzerdaten verantwortlich sein soll. Bereits jetzt liegen diese sicher in der Oracle-Infrastruktur. Sechs von sieben TikTok-Vorstandsposten würden demnach mit Amerikanern besetzt sein, während ByteDance weniger als 20 Prozent am US-Ableger halten soll.
Am Freitag deutete Trump an, dass der chinesische Präsident Xi Jinping, dem die Zustimmung zum Deal abverlangt wird, sich in Verhandlungen kooperativ gezeigt habe. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zitierte Xi, wonach er kommerziellen Verhandlungen offen gegenüberstehe, solange sie Marktkriterien genügen. Eine endgültige Einigung wäre auch für Trump von erheblicher politischer Tragweite, gewann er doch mit TikToks Hilfe die Unterstützung jüngerer Wählerschichten in der letzten Präsidentschaftswahl.

