Krabbenknappheit treibt Preise auf Rekordhöhen – Krabbenbrötchen als Luxusgut?
In den gastronomischen Betrieben an den deutschen Küsten greifen Liebhaber von Krabbenbrötchen aktuell tiefer in die Tasche, was die Frage aufwirft, ob der Klassiker bald ein Luxusartikel wird. Verantwortlich für den Preisanstieg ist der Erzeugerpreis der Krabben, der mit 12 bis 13 Euro pro Kilogramm Schalentier gut ein Drittel über dem Vorjahresniveau liegt, wie Julia St.-Böthig vom Fisch-Informationszentrum in Hamburg berichtet.
Preise für Krabbenbrötchen variieren stark: In Flensburg variiert der Preis je nach Tag, während ein Fischgeschäft in Büsum 8,50 Euro verlangt. Besonders teuer sind die Krabbenbrötchen an den Landungsbrücken in Hamburg, wo der Preis bis zu 15 Euro beträgt. Die angespannte Lage auf dem Liefermarkt trägt dazu bei, dass das Angebot limitiert ist und die Preise noch weiter steigen könnten.
Des Weiteren haben naturbedingte Faktoren die Situation verschärft. Ein besonderer Rückschlag für die Fischer war die schlechte Fangquote im letzten Winter, die auf die Explosionsvermehrung des Blauen Wittlings zurückzuführen ist, einem Konkurrenten der Krabbe um Nahrung und Lebensraum, was die Bestände stark dezimierte.
Zusätzliche Einflüsse, wie der Ausbau von Windparks und Unterwasserkabeln in der Nordsee, werden ebenfalls als mögliche Kraft hinter den schwindenden Krabbenvorkommen vermutet, auch wenn dies noch nicht abschließend erforscht ist. Schon 2024 zeichnete sich dieser Trend ab, als Fischer nur noch stark reduzierte Mengen in die Netze bekamen und die Flotten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein dadurch schrumpften.

