Korruptionswahrnehmungsindex 2023: Deutschland erneut unter den Top Ten
Deutschland befindet sich weiterhin unter den zehn Staaten mit der geringsten Korruption weltweit. Dies geht aus dem "Korruptionswahrnehmungsindex 2023" hervor, der von der renommierten Organisation Transparency International veröffentlicht wurde. Das international anerkannte Ranking basiert auf Einschätzungen von Führungskräften, Experten und Institutionen und zeigt, dass die Bundesrepublik unverändert den neunten Platz belegt.
Mit 78 von 100 möglichen Punkten hat Deutschland exakt denselben Wert wie vor zehn Jahren erreicht. Diese Stagnation in der Korruptionsbekämpfung wurde von Margareta Bause, der stellvertretenden Vorsitzenden von Transparency Deutschland, bemängelt. Sie betont, dass Deutschland das Korruptionsproblem im Allgemeinen gut im Griff hat, es jedoch einige offene Flanken gibt, die angegangen werden müssen.
Den ersten Platz im Index belegt weiterhin Dänemark mit dem sensationellen Wert von 90 Punkten. Dahinter folgen Finnland, Neuseeland und Norwegen. Allerdings erreichen zwei Drittel der insgesamt 180 analysierten Länder weniger als 50 von 100 Punkten. Am Ende der Liste finden sich Krisenstaaten wie Syrien, Venezuela und Somalia. Transparency-Chefin Alexandra Herzog erklärt: "Wo der Rechtsstaat, unabhängige Medien und zivilgesellschaftliche Gruppen geschwächt werden, dort blüht die Korruption." Als Beispiel nennt sie Ungarn, das unter der Führung von Viktor Orban auf den schlechtesten Platz aller EU-Staaten, Platz 76, abgerutscht ist.
Transparency sieht jedoch auch in Deutschland Nachholbedarf. Es müssen beispielsweise Schlupflöcher geschlossen werden, um wirksamer gegen Fälle von Abgeordnetenbestechung vorgehen zu können. Obwohl SPD, Grüne und FDP bereits im Koalitionsvertrag vereinbart haben, den Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung und -bestechlichkeit zu stärken, lässt die Umsetzung dieses Vorhabens noch auf sich warten. Zudem fordert Transparency ein verbessertes Lobbyregister, um den konkreten Einfluss von Lobbyisten auf die Gesetzgebung transparenter zu machen.
Der "Korruptionswahrnehmungsindex" wird jährlich veröffentlicht und basiert auf Daten und Ergebnissen von zwölf unabhängigen Institutionen, die sich auf die Analyse von Regierungsführung und Wirtschaftsklima spezialisiert haben. Zu den Quellen gehören renommierte Organisationen wie die Bertelsmann Stiftung, die Afrikanische Entwicklungsbank und das Weltwirtschaftsforum. (eulerpool-AFX)

