Konjunktur auf Kante
Handwerk der Region Stuttgart fordert wirtschaftspolitischen Befreiungsschlag

18. Februar 2026, 10:53 Uhr · Quelle: Pressebox
Konjunktur auf Kante
Foto: Pressebox
Sinkende Umsätze und rückläufige Aufträge setzen das regionale Handwerk unter Druck.
Die Konjunkturumfrage zeigt rückläufige Aufträge und Umsätze im Handwerk der Region Stuttgart, mit Aufrufen nach klarer wirtschaftspolitischer Strategie.

Stuttgart, 18.02.2026 (PresseBox) - Die wirtschaftliche Lage im Handwerk der Region Stuttgart bleibt angespannt. Zum Jahresende 2025 drücken rückläufige Aufträge und anhaltende politische Unsicherheit die Stimmung, wie die Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart zeigt. 

Auch im letzten Quartal 2025 prägen Investitionszurückhaltung in der Industrie und verhaltene Konsumbereitschaft das Geschäftsklima im Handwerk der Region Stuttgart. So bewerten in der vierteljährlichen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Region Stuttgart nur 45 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut, 33 Prozent als befriedigend und 22 Prozent als schlecht. „Statt einer klaren wirtschaftspolitischen Strategie jagt in der Bundesregierung ein Vorschlag den anderen, ohne dass je einer realisiert wird. Das verunsichert und bremst die Betriebe spürbar aus“, kritisiert Peter Friedrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart.  

Die Umsatzentwicklung bleibt rückläufig: 36 Prozent der befragten Handwerksbetriebe verzeichneten Umsatzrückgänge, nur 22 Prozent meldeten Zuwächse. Ähnlich ist es bei den Auftragseingängen: 39 Prozent der Betriebe berichten von weniger neuen Aufträgen, lediglich 18 Prozent von Zuwächsen. Das spiegelt sich auch in der Kapazitätsauslastung wider: 32 Prozent der Unternehmen berichten von einer Auslastung von maximal 60 Prozent. „Wenn ein Betrieb kaum planen kann und sich seine Auftragsbücher nicht füllen, hält er sich auch bei eigenen Investitionen und in der Ausbildung zurück“, warnt der Kammerchef. 

Verhaltene Erwartungen für 2026 

Die Umfrage bestätigt dies: Trotz hoher Transformationsbedarfe bleibt die Investitionsbereitschaft der Handwerksbetriebe in der Region gedämpft. Jeder vierte Betrieb reduzierte seine Investitionen, während nur jeder fünfte Betrieb mehr investierte. Auch der Arbeitsmarkt im Handwerk zeigt leichte Spannung. 15 Prozent der Betriebe reduzierten Personal, während nur 8 Prozent Beschäftigung aufbauen konnten. „Der Personalabbau bereitet uns Sorgen. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass trotz der konjunkturellen Flaute die große Mehrheit der Handwerksunternehmen zu ihren Beschäftigten hält“, erklärt Friedrich. Der Kostendruck auf die Betriebe bleibe hingegen hoch: 67 Prozent melden steigende Einkaufspreise, nur ein Drittel kann erhöhte Verkaufspreise durchsetzen. 

Die optimistischen Signale früherer Jahre bleiben bislang aus. Die Erwartungen der Betriebe für 2026 fallen überwiegend zurückhaltend bis pessimistisch aus: Mehr Unternehmen rechnen mit einer Verschlechterung als mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage. Gleiches gilt für Umsatz-, Auftrags- und Personalplanungen. Auch die Investitionsbereitschaft bleibt auf niedrigem Niveau – ein Risiko für künftiges Wachstum.  

Forderung nach wirtschaftspolitischer Trendwende 

„Wir müssen uns leider wiederholen: Unsere Betriebe brauchen endlich spürbare Entlastungen. Und zwar dort, wo es wirklich wirkt“, fordert Peter Friedrich. Bürokratieabbau müsse verbindlich angegangen werden, etwa durch den Abbau überbordender Dokumentations- und Nachweispflichten sowie durch schnellere, praxistaugliche Genehmigungs- und Vergabeverfahren. Ebenso entscheidend seien wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die den Faktor Arbeit entlasten. „Die hohen Lohnnebenkosten bremsen gerade personalintensive Handwerksbetriebe aus. Wenn wir Arbeitsplätze erhalten und neue schaffen wollen, dann müssen diese Kosten runter“, so der Kammerchef. „Wenn es im Haushalt Spielraum gibt, dann sollte die Politik statt der Körperschaftssteuer die Sozialversicherungsbeiträge als Erstes senken.“ Zentral sei zudem, dass Bund und Land selbst verlässlich investieren – insbesondere in Wohnungsbau, Infrastruktur und Bildung. „Jetzt braucht es einen wirtschaftspolitischen Befreiungsschlag. Das Handwerk ist bereit, seinen Beitrag zu leisten. Aber die Regierung muss endlich die Bedingungen schaffen, damit unsere Betriebe wieder durchstarten können“, sagt Friedrich.  

Zum aktuellen Konjunkturbericht: www.hwk-stuttgart.de/konjunktur  

Methodischer Hinweis

Die aktuelle Umfrage ist nur eingeschränkt mit früheren Erhebungen vergleichbar. Hintergrund ist eine Umstellung der Methodik: Statt telefonisch wurde erstmals online befragt. Den Umstellungszeitpunkt haben wir in den Grafiken durch eine rote Linie markiert. Der Methodenwechsel kann das Antwortverhalten beeinflussen, ermöglicht jedoch eine größere Reichweite und eine breitere Abbildung aktueller Einschätzungen. 

Ausbildung / Jobs / Handwerk / Konjunktur / Stuttgart / Wirtschaft / Politik
[pressebox.de] · 18.02.2026 · 10:53 Uhr
[0 Kommentare]
Green Bridge Metals Corp. treibt Phase-1-Bohrprogramm für Serpentine voran
Lüdenscheid, 18.02.2026 (PresseBox) - Green Bridge Metals Corp. (ISIN: CA3929211025; WKN: A3EW4S) , Green Bridge oder das Unternehmen, freut sich, bekannt zu geben, dass das Unternehmen die langfristigen technischen und betrieblichen Arbeiten zur Vorbereitung eines für die zweite Hälfte des Jahres 2026 geplanten Diamantkernbohrprogramms der Phase 1 […] (00)
vor 12 Stunden
Ukraine-Krieg - Kiew
Kiew (dpa) - Zum Ende des vierten Kriegsjahres erlebt die Ukraine ihren schlimmsten Winter. Zweistellige Minusgrade, Schnee und Glatteis machen den Menschen über Wochen den ohnehin schwierigen Alltag zusätzlich zur Hölle. Zudem machen ihnen wie auch in anderen Jahreszeiten ständige Luftalarme und die Gefahren durch russische Raketen- und Drohnenangriffe zu schaffen.  «Die Heizung ist kalt, weil […] (00)
vor 8 Minuten
Fleur East hat darum gebeten, aus Simon Cowells Syco-Label 'entlassen' zu werden.
(BANG) - Fleur East hat darum gebeten, aus Simon Cowells Syco-Label "entlassen" zu werden. Die 38-jährige Sängerin wurde bekannt, nachdem sie 2014 das Finale von 'The X Factor' erreicht hatte. Sie verließ allerdings drei Jahre später ihren Plattenvertrag mit Showboss Simon (66), da sie es als zu belastend empfand, ständig mit Führungskräften über die […] (00)
vor 12 Stunden
Instagram
Los Angeles (dpa) - Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat in einem potenziell folgenschweren US-Prozess um das Suchtpotenzial sozialer Medien die Vorgehensweise seines Unternehmens verteidigt. So sagte Zuckerberg, dass der Facebook-Konzern Meta keine Ziele für Nutzungszeiten seiner Apps mehr setze, wie das «Wall Street Journal» aus dem Gerichtssaal in […] (00)
vor 9 Stunden
College‑Basketball erobert NBA 2K26 – Season 5 liefert neue Uni‑Inspirationen
Zum Countdown der spannendsten Phase der College-Basketball-Season startet 2K am Freitag, dem 20. Februar, Season 5 von NBA® 2K26. Die neue Season steht ganz im Zeichen des College-Basketballs und bringt frische, thematisch inspirierte Inhalte ins Spiel. Spieler: innen können ihren Teamspirit zeigen und sich mit aktuellen College-Stars sowie legendären […] (00)
vor 8 Stunden
«Amor Animal»: Argentinischer Liebesthriller startet am 20. März
Die neue Prime-Video-Serie erzählt von einer verbotenen Liebe zwischen Trap-Artistin und Millionärssohn – und einem Bandenkrieg, der alles eskalieren lässt. Am 20. März feiert Amor Animal weltweit Premiere bei Prime Video. Die argentinische Originalserie verbindet Liebesdrama, Action-Thriller und Musik zu einer Geschichte über gesellschaftliche Gegensätze, Leidenschaft und Gewalt. Produziert […] (00)
vor 6 Stunden
Mitglieder des Rettungsteams machen sich auf den Weg.
Truckee (dpa) - Es ist das verheerendste Lawinenunglück im US-Bundesstaat Kalifornien seit mehr als 40 Jahren: Nach einem Lawinenabgang nahe Castle Peak im Tahoe-Nationalwald sind acht Menschen tot aufgefunden worden. Ein weiterer wird noch vermisst und gilt wegen der Wucht des Abgangs und der Wetterlage als wahrscheinlich tot, wie Sheriff Shannan Moon […] (00)
vor 5 Stunden
Die Bundesagentur für Arbeit hat durch ihre Vorsitzende Nahles einen alarmierenden Blick auf den zukünftigen deutschen Arbeitsmarkt geworfen. Trotz der derzeit über drei Millionen Arbeitslosen zeichnet sich ein anderes, mittelfristiges Problem ab: der Fachkräftemangel, befeuert durch die demografische Entwicklung. Nahles zufolge wird ab 2026 das […] (00)
vor 10 Minuten
 
IT-Gehälter 2026 steigen weiter – Spezialisierung wird zum entscheidenden Faktor
Frankfurt am Main, 18.02.2026 (lifePR) - Der IT-Arbeitsmarkt bleibt auch 2026 stark in […] (00)
Krankenhaus Waldfriede stellt brasilianische Pflegekräfte ein
Berlin, 18.02.2026 (lifePR) -   Darüber informierte Krankenhaus-Vorstand Bernd Quoß […] (00)
Dirt don´t lie!
Grafschaft-Ringen, 18.02.2026 (PresseBox) - Das mit Spannung erwartete Videospiel […] (00)
Tödliche Gewalt in Lyon: Frankreich fürchtet politische Eskalation
Brutaler Angriff am Rande einer Demonstration Der Student Quentin, dessen Nachname […] (00)
PS Plus März 2026: Diese 6 Spiele fliegen am 17. März aus dem Katalog
Wer PS Plus Extra oder Premium abonniert hat, kennt das Spiel: Jeden Monat kommen […] (00)
Olympiakos Piräus - Bayer Leverkusen
Piräus (dpa) - Bayer Leverkusen hat im Hexenkessel von Olympiakos Piräus einen großen […] (04)
Pitbull Fans in Glatzkappen im The O2 in London
(BANG) - 'American Express presents BST Hyde Park' hat einen der ungewöhnlichsten […] (01)
iPad Pro Design bleibt wohl vorerst unverändert
Wer auf ein baldiges, radikales neues Design beim iPad Pro hofft, muss sich laut […] (00)
 
 
Suchbegriff