Werbung im Visier: Lidl vor Gericht wegen umstrittener Preiskampagne

Der Lebensmittelriese Lidl sieht sich aktuell vor dem Landgericht Heilbronn wegen einer Werbekampagne aus dem Jahr 2025 mit der Verbraucherzentrale Hamburg konfrontiert. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Ankündigung des Discounters, die „größte Preissenkung aller Zeiten“ mit einem Preisnachlass auf 500 Produkte durchzuführen. Die Verbraucherschützer kritisieren diese Werbung als irreführend und werfen Lidl Verstöße gegen die Lebensmittelinformationsverordnung und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb vor. Kritische Stimmen bemängeln, dass für die Verbraucher die konkreten Produkte und deren Preisreduzierungen nicht nachvollziehbar waren. Der fehlende Nachweis einer detaillierten und überprüfbaren Produktliste sorgte für Unmut.
Lidl verteidigt sich mit dem Argument, dass die genannten 500 Artikel sowohl bundesweit als auch regional angepasst wurden und eine Veröffentlichung aus Wettbewerbsgründen nicht ausführlich erfolgen könne. Externe Untersuchungen, unter anderem von der Vergleichsapp Smhaggle und Handelsprofessor Stephan Rüschen, ergaben Abweichungen zu Lidls Angaben, indem sie weniger reduzierte Produkte identifizierten. Zugleich bemängelten Experten wie Justus Haucap, dass die Werbeaussagen für Konsumenten schwer nachvollziehbar seien. Eine weitere Untersuchung ergab, dass einige Preisnachlässe nicht dauerhaft waren.
Interessant ist dabei, dass auch Wettbewerber wie Aldi Süd wegen irreführender Preisaktionen ins Kreuzfeuer gerieten. Im Fall von Aldi hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden, dass Preisnachlässe stets den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage deutlich machen müssen, was weitere Maßstäbe für die Branche setzt.

