Konflikt im Nahen Osten: Volatile Ölpreise und die Angst vor einer Versorgungskrise
Die Ölpreise setzten auch am Dienstag ihren Aufwärtstrend fort, nachdem es am Montag zu einem Rückgang gekommen war. Ein beispielloser Anstieg der Preise am Freitag, der der größte innerhalb von drei Jahren war, wurde durch die israelischen Luftangriffe auf iranische Einrichtungen ausgelöst.
Trotz der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten bleibt eine bisherige Katastrophe, nämlich eine erhebliche Angebotsunterbrechung, bislang aus. Dies könnte sich wie in der Vergangenheit derartige Spannungen zeigen, nicht ändern.
Der Anstieg um 13 Prozent trat unmittelbar nach den Angriffen auf iranische Atom- und Urananreicherungsanlagen am Freitagmorgen ein, ließ bis zum Handelsschluss am Freitag jedoch auf 7 Prozent nach. Am Montag kam es zu einem Rückgang, da nach vier Tagen weder strategische Ölversorgungsrouten noch Infrastrukturen betroffen waren.
Berichte, die über Irans Wunsch nach Deeskalation und mögliche Rückkehr an den Verhandlungstisch unter Ausschluss der USA sprachen, trugen zur Entspannung bei. Trotz der Spekulationen an den Märkten über Versorgungsunterbrechungen bleibt das physische Angebot aus der Region unberührt, was sich in den geringeren physischen Preisen in Dubai im Vergleich zu den Futures auf Brent Crude zeigt.
Verbraucher von Öl aus dem Nahen Osten scheinen weniger besorgt als die Händler. Obwohl Irans Drohung, die Straße von Hormus zu schließen, in der aktuellen Krisensituation regelmäßig aufkommt, wurde die Meerenge noch nie in einem der vorherigen Konflikte geschlossen.
Analysten bezweifeln, dass dies in diesem Fall der Fall sein wird. Ein solcher 'Strohpuppe'-Szenario, wie es bereits in vorherigen Marktentwicklungen auftauchte, scheint auch dieses Mal nicht einzutreffen.
Allerdings könnte die Energieversorgung verwundbar werden, sollte die Situation eskalieren und beide Seiten wichtige Infrastruktur angreifen. Der bisher sicher geöffnete Schifffahrtsweg ist essenziell, da bis zu 20 Prozent des globalen täglichen Rohölverbrauchs durch die enge Passage fließen.
Trotz des Risikos möglicher Infrastrukturangriffe sieht es vorerst danach aus, dass sich die Spannungen im Zaum halten lassen. Der Markt spekuliert weiterhin über mögliche drastische Preisbewegungen, sollte sich die Situation ändern und die tatsächlichen Ölströme beeinträchtigt werden.

