Kollateralschäden der Zollpolitik: Anleger wenden sich von US-Staatsanleihen ab
Die derzeit unvorhersehbare Zollpolitik der Vereinigten Staaten zeigt deutliche Auswirkungen auf den Finanzmärkten. Insbesondere US-Staatsanleihen, einst ein Symbol für Stabilität, geraten in den Sog der Unsicherheit. So fiel beispielsweise der Terminkontrakt für zehnjährige US-Staatsanleihen um 0,85 Prozent auf 109,67 Punkte, während die Rendite auf 4,50 Prozent anstieg.
Ein weiterer Faktor für die nervösen Märkte ist der zunehmend angespannte Handelskonflikt zwischen China und den USA. In einer Reaktion auf die Erhöhung der US-Zölle hat China Zölle auf amerikanische Waren auf 125 Prozent angehoben. Diese Maßnahmen sind die Antwort auf eine vorhergehende Anhebung der Zölle durch die US-Administration unter Donald Trump. Trotz der temporären Aussetzung von Sonderzöllen für einen Großteil der Länder bleiben die allgemeinen Zölle der USA auf hohem Niveau.
Präsident Trump zeigt sich jedoch unbeeindruckt und signalisiert keine Änderung seiner Strategie. Auf seiner Plattform Truth Social lobte er seine Zollpolitik als einen Erfolg, ohne auf die jüngsten Maßnahmen Chinas einzugehen. Parallel dazu kühlt das Vertrauen in US-Anleihen und die amerikanische Währung weiter ab, verdeutlicht durch den Rückgang des Dollars.
Zusätzlich trübt sich das Konsumklima in den USA ein. Laut der aktuellen Umfrage der Universität von Michigan erreichten die kurzfristigen Inflationserwartungen ihren höchsten Stand seit Anfang der 1980er Jahre, während zunehmend Arbeitsplatzängste die Verbraucher beschäftigen.

