Kojima hat genug! Er schreibt Death Stranding 3, aber ein ANDERER soll es machen – das ist der Grund
In der schillernden Welt der Videospiel-Autoren gibt es nur wenige Namen, die ein solches Gewicht und eine derartige Erwartungshaltung mit sich bringen wie Hideo Kojima. Jeder seiner Schritte wird seziert, jede Andeutung als Omen für das nächste große Meisterwerk gedeutet. Seitdem Death Stranding 2: On the Beach vor einigen Monaten die Bildschirme eroberte, richteten sich die Augen der Welt bereits auf die Zukunft. Nun hat der Meister selbst in einem aufsehenerregenden Interview mit PlayStation Arabia eine Bombe platzen lassen, die so faszinierend wie melancholisch ist: Er hat bereits ein Konzept für einen dritten Teil der Saga verfasst, hegt jedoch den Wunsch, dessen Entwicklung nicht selbst zu leiten.
Ein persönlicher Schlusspunkt
Diese Enthüllung ist mehr als nur eine beiläufige Notiz; sie markiert einen tiefgreifenden Wendepunkt für das Franchise und seinen Schöpfer. Kojima betrachtet das Ende von On the Beach als sein persönliches Finale, als den narrativen Abschluss des Bogens, den er mit dem ersten Teil begonnen hat. Er hat die Geschichte, die er erzählen wollte, zu Ende erzählt. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Welt von Sam Porter Bridges damit auserzählt ist. „Ich habe im Moment keine Pläne, es (DS3) zu machen“, erklärte er, fügte aber hinzu: „Aber ich habe das Konzept für DS3 bereits geschrieben. Das habe ich also als Daten. Ich hoffe, dass es jemand für mich erschaffen wird.“ Es ist der Akt eines Architekten, der den Bauplan für ein weiteres Stockwerk entwirft, die Ausführung aber vertrauensvoll in die Hände eines Nachfolgers legt.
Neue Horizonte und die Rückkehr zur Spionage
Der Grund für diesen Schritt liegt nicht in einem Mangel an Ideen, sondern in einem Überfluss an neuen Visionen, die nach Verwirklichung dürsten. Kojimas kreativer Geist ist bereits zwei gewaltige Schritte weiter und arbeitet an zwei anderen Großprojekten, die seine volle Aufmerksamkeit fordern: Physint und OD. Ersteres ist eine sehnsüchtig erwartete Rückkehr ins Spionage-Genre. Seit seinem Abschied von Konami wurde der Ruf der Fans nach einem geistigen Nachfolger zu Metal Gear immer lauter. Eine Krankheit während der Pandemie, so Kojima, brachte ihn zum Nachdenken und ließ ihn erkennen, wie tief dieser Wunsch in der Community verwurzelt ist. Er entschied sich, diesem Ruf zu folgen und eine neue Art von Spionage-Spiel zu erschaffen.
Zwischen Horrorvision und geheimer Mission
Nachdem er sich mit dem ersten Death Stranding selbst herausgefordert hatte, eine gänzlich neue Marke zu etablieren, ist die Zeit nun reif, andere Pfade zu erkunden. Neben Physint, dessen Entwicklung sich laut Kojima noch im Konzeptstadium befindet und fünf bis sechs Jahre in Anspruch nehmen könnte, entsteht in Zusammenarbeit mit Microsoft der mysteriöse Horrortitel OD. Trotz jüngster Entlassungen beim Konsolenhersteller wurde die fortwährende Kooperation an diesem Projekt, das Stars wie Sophia Lillis, Hunter Schafer und Udo Kier aufbieten wird, ausdrücklich bestätigt. Kojima hat also die Weichen für seine eigene Zukunft gestellt – und damit gleichzeitig den Weg für die Zukunft von Death Stranding unter einer neuen Führung freigemacht.

