Koalitionsvertrag: Mindestlohn-Erhöhung im Fokus
Die kommende Regierung aus Union und SPD plant, den Mindestlohn auf 15 Euro pro Stunde zu erhöhen. Letztlich liegt die Entscheidung jedoch bei einer speziellen Kommission aus Experten, Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Diese Pläne gehen aus dem neuen Koalitionsvertrag hervor. Der aktuelle Mindestlohn beträgt 12,82 Euro.
Befürworterinnen und Befürworter der Erhöhung, darunter die SPD, verweisen auf europäische Vorgaben, die sich an einer Lohnuntergrenze orientieren, die nicht unter 60 Prozent des Medianlohns liegen soll. Der Medianlohn stellt den zentralen Wert der Lohnverteilung dar und wird häufig als „mittlerer“ Lohn bezeichnet.
Im Koalitionsvertragsentwurf wird festgelegt, dass die künftige Mindestlohnkommission sowohl die Tarifentwicklung als auch den 60-Prozent-Anteil des Bruttomedianlohns für Vollzeitkräfte berücksichtigen soll. Ziel sei es, bis 2026 einen Mindestlohn von 15 Euro zu erreichen.
Zusätzlich wird ein neues Bundestariftreuegesetz vorgeschlagen, um die Tarifbindung zu erhöhen, wobei kleinere Unternehmen von Ausnahmen profitieren sollen. Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund könnten rund sechs Millionen Menschen mit niedrigem Einkommen von der Erhöhung profitieren.
Im April 2024 lag der Stundenlohn in etwa 9,5 Millionen Arbeitsverhältnissen unter 15 Euro. Dies könnte jedoch auch zu Preissteigerungen in Branchen wie der Gastronomie oder im Friseurhandwerk führen.

