Kliniklandschaft in Not: DKG fordert dringliche Rettungshilfen
Die wirtschaftliche Lage der deutschen Kliniken spitzt sich dramatisch zu, was die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) zu einem eindringlichen Appell an die Bundesregierung veranlasst. Seit Anfang 2022 haben nahezu 80 Kliniken Insolvenz angemeldet. Einige überstehen das Verfahren, doch für viele bleibt das Insolvenzverfahren das Schicksal.
Angesichts dieser bedrohlichen Situation plädiert der Vorstandsvorsitzende der DKG, Gerald Gaß, für sofortige Finanzhilfen in Milliardenhöhe. Im Vorfeld der bevorstehenden Gesundheitsministerkonferenz in Weimar fordert Gaß Zuschüsse in Höhe von vier Milliarden Euro, um die gestiegenen Kosten seit 2022 aufzufangen. Er drängt auf eine rasche Lösung noch vor der Sommerpause, um die Versorgungsinfrastruktur der Bevölkerung zu sichern.
Ohne diese Soforthilfen drohe ein flächendeckender Verlust zentraler Gesundheitsdienste, so seine eindringliche Warnung. Die Unsicherheiten rund um den angekündigten Finanzbeistand im Koalitionsvertrag der Regierung bereiten den Krankenhäusern große Sorgen. Wirtschaftsprüfer stehen vor der Herausforderung, die Jahresabschlüsse der Kliniken für 2024 angesichts der unklaren Fortführungsperspektive zu unterzeichnen.
Ein Stopp der Kreditvergaben durch Banken könnte in der Folge weitere Klinikinsolvenzen nach sich ziehen. Unterdessen setzt Gaß große Hoffnungen in die neue Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die an der Gesundheitsministerkonferenz teilnehmen wird. Der DKG-Chef strebt eine konstruktive Zusammenarbeit mit ihr an und wünscht sich eine Abkehr von der polarisierenden Vorgehensweise ihres Vorgängers Karl Lauterbach.
Gaß mahnt, die Pläne des Koalitionsvertrages gemeinsam mit den Praktikern umzusetzen, um nachhaltige Verbesserungen im Gesundheitswesen zu erzielen.

