Klimawandel in Deutschland: Zeichen des Wandels sichtbar wie nie
Die physischen Auswirkungen des Klimawandels sind in Deutschland inzwischen unübersehbar. Abschmelzende Gletscher, gestresste Wälder und schrumpfende Seen zeugen von einer dramatischen Erwärmung des Landes um 2,6 Grad seit der vorindustriellen Zeit. Der Deutsche Wetterdienst hat bestätigt, dass Deutschland sich überdurchschnittlich stark erwärmt hat, was sowohl in Hitzewellen als auch in der Natur sichtbar wird. Diese Veränderungen wurden von der Deutschen Presse-Agentur in einer systematischen Dokumentation festgehalten, die seit einigen Jahren im August an festgelegten Orten durchgeführt wird.
Die Gletscher der Alpen, seit 1850 erheblich zurückgegangen, stehen vor einer düsteren Zukunft. Experten wie Hermann Lotze-Campen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung prognostizieren ein nahezu vollständiges Abschmelzen bis Ende des Jahrhunderts. Speziell der Watzmann- und Blaueisgletscher in Berchtesgaden sind akut bedroht und könnten bald ihren Gletscherstatus verlieren. Auch der Nördliche Schneeferner an der Zugspitze verschwindet zunehmend, während der Höllentalferner noch bis etwa 2035 überleben könnte. Das Abschmelzen bedroht nicht nur den Skitourismus, sondern auch die Funktion der Gletscher als Wasserspeicher, was sowohl Überschwemmungen als auch Niedrigwasser zur Folge haben könnte.
Die Wälder Deutschlands leiden unter Hitze, Trockenheit und Schädlingen. Laut Bundesagrarministerium sind vier von fünf Bäumen krank. Angesichts der Netto-Null-Strategie bis 2045 ist die Erhaltung der Wälder als Kohlenstoffspeicher von entscheidender Bedeutung. Doch die Bundeswaldinventur zeigt, dass der Wald aktuell mehr Kohlenstoff freisetzt, als er speichern kann. Wiederaufforstungsmaßnahmen erfordern Jahrzehnte, um Wirkung zu zeigen, was die Erreichung der Klimaziele erschwert.
Auch die Seen in Deutschland sind vom Klimawandel betroffen. Sinkende Wasserstände, besonders im Osten, führen zu ökologischen Herausforderungen. Niedrigere Wasserstände beeinträchtigen Uferregionen, den Schiffsverkehr und Biodiversität. Gleichzeitig können Schadstoffe sich in den schwindenden Wassermengen stärker konzentrieren, was die Wasserqualität gefährdet.

