Angeschaut und ausprobiert

Klangfreude und Stille: Sonys Kopfhörer WH-1000XM6 im Test

04. Juni 2025, 00:05 Uhr · Quelle: dpa
Der eine Kopfhörer, der alles kann? Sonys neues Over-Ear-Flaggschiff legt die Latte hoch an, entführt in Klangwelten und sorgt auch mal für Ruhe. Mit stolzem Preis und inklusive neugieriger App.

Berlin (dpa/tmn) - Eleganz definiert sich manchmal über kleine Details. Im Falle von Sonys Kopfhörer WH-1000XM6 ist es die Kunst, ein Stück Technik gleichzeitig wie Recyclingpappe und doch extrem hochwertig aussehen - und anfühlen - zu lassen. Schon das Auspacken des Over-Ear-Kopfhörers mit Geräuschunterdrückung und Freisprecheinrichtung macht Spaß. Und da sind wir noch gar nicht beim Klang angekommen. Oder beim recht exklusiven Preis von rund 450 Euro.

Der Sony-Kopfhörer ist so eine Art Referenz bei den eher hochpreisigen Bluetooth-Kopfhörern mit Geräuschunterdrückung (ANC). Wer viel pendelt, entdeckt die fünf Vorgängermodelle auf vielen Ohren der Mitreisenden, neben Größen wie Bose, Apple oder Sennheiser. Als ein Schutzschild gegen den Lärm und die Unterhaltungen der Menschen da draußen. Das machen sie ziemlich gut. 

Reduziertes Design, einfache Bedienung

Die Anmutung des XM6 ist schön. Lässt sich gut falten, fühlt sich hochwertig an, mit etwas Gefummel passt er gut in seine schlanke Box mit Magnetverschluss. Die Einrichtung ist einfach, wahlweise per App oder über das Bluetoothmenü. Per Klinken-Kabel kann man ihn auch mit leerem Akku zum Musikhören benutzen, der USB-C-Anschluss dient nur zum Laden. 

Einmal eingerichtet, geht es mit dem Kopfhörer in sehr schöne Klangwelten. Satte Bässe, schöne Mitten, klare Höhen, ausgewogener Sound. Mit Hilfe der App lassen sich die Feineinstellungen per Equalizer noch anpassen. Nötig ist das eigentlich nicht, Audiofeinschmecker mal ausgenommen. Von Bombast-Metal über Elektronik und Italo-Pop bis hin zum Streichorchester klingt es durchgehend gut. Ausnahmen: Manch alte Nischenplatte in digitaler Form. Hier können auch HD-Streaming und ein teurer Kopfhörer nichts retten. 

Im Alltag wischt und tippt man die XM6 auf der rechten Ohrmuschel für «Start/Stop», «leiser/lauter» oder den nächsten Song an. Das klappt manchmal unerklärlicherweise nicht, aber meist ganz präzise - und mit ein wenig Geschick auch ohne den Hörgenuss zu stören. 

Einschalten - und dann ist Stille für lange Zeit

Die Geräuschunterdrückung - schon beim Vorgänger super - ist noch einmal eine Spur präziser geworden. Wer mag, schottet sich nahezu komplett ab. Der Kollege klickert mit dem Kugelschreiber: weg. Der extralaut lüftende Laptop beim wöchentlichen Virenscan: weg. Die Bohrarbeiten im Nachbarbüro: fast weg. Das Gekreische der U-Bahnräder blendet der XM6 gekonnt aus, Tiefe Töne jedoch - wie das Dröhnen der Flugzeugtriebwerke - bleiben gedämpft hörbar. 

Für die Dinge, die man neben Musik oder Podcasts noch mitbekommen möchte, ist der gelungene Transparenzmodus da. So fühlt man sich trotz Unterhaltung auf den Ohren noch als Teil der Gesellschaft, bekommt die Umgebungsgeräusche mit und wird auf der Straße nicht ständig von Ereignissen überrascht, die man wegen aktiver ANC (Active Noise Cancellation) nicht mitbekommen würde. 

Diese gute Balance aus solidem Sound, ANC und Transparenz serviert der XM6 noch mit einem weiteren Pfund. Die Dinger sitzen auch nach längerer Zeit noch recht bequem. Einmal korrekt eingestellt, bleibt der XM6 in Form und fest am Platz. Nur im Bereich der Brillenbügel plagt zuweilen der recht hohe Anpressdruck der Ohrmuschel und sorgt für die eine oder andere Absetzpause.

Der hält, und hält, und hält - und taugt auch zum Telefonieren

Ganz ehrlich: Der Akku hat im Testzeitraum gefühlt ewig ohne Aufladen durchgehalten. Dazu gehörten etliche Stunden im Büro, daheim und auf Reisen. Mit Musik, Podcasts, Telefongesprächen und Videoschalten am Rechner. «Chip.de» hat im Test eine Laufzeit von knapp 58 Stunden mit einer vollen Ladung und ohne ANC ermittelt. Wir kommen auf circa 40 Stunden mit ANC und noch etwas Reserve. Das ist schon ordentlich. 

Ordentlich ist auch das Telefonierverhalten - sowohl am Rechner als auch unterwegs. Zumindest im Kopfhörer klingen Stimmen klar und verständlich. Angerufene klagen zuweilen über dumpfen Klang, selten über Windgeräusche. Ob's am Netz oder den Sonys liegt? Unklar. 

Eine App, um sie einzustellen - die ganz viel wissen will

Neben all der Freude gibt es auch noch die App «Sound Connect» für Android und iOS. Mit ihr sollen die XM6 ihr volles Potenzial entwickeln. Die App erlaubt das Anlegen von Soundprofilen für besuchte Orte, Equalizer-Einstellungen und mehr. Wer mag, kann die eigenen Ohren per Foto analysieren lassen, dann wird der Klang entsprechend angepasst. Na ja. Auch wer die Kopfhörer mit mehr als einem Gerät gleichzeitig verbinden will, braucht dafür einmalig die App. 

Bevor man sie installiert, lohnt ein Blick in die Datenschutzbedingungen. Die Menge und Qualität der erhobenen Daten ist so interessant wie umfangreich. Zwar ist vieles davon mit den entsprechenden Funktionen erklärbar. Wer es lieber datensparsamer mag, koppelt die Kopfhörer einfach über das Bluetoothmenü. Klappt auch. Equalizer, Ohrvermessung und mehr sind Spielereien, auf die man verzichten kann. Guten Klang gibt es auch ohne die App. 

Fazit: Gutes Komplettpaket - aber für wen?

Der XM6 ist eine prima Kombination. Klang, Noise Cancelling, Komfort und Laufzeit setzen Maßstäbe. Das schlichte Design erfreut die Sinne. Und weil man das Gerät ohne großen Funktionsverlust auch ohne die App betreiben kann, ist deren Datenhunger für Skeptiker zu verschmerzen. Alles in allem also eine sehr gelungene Modellpflege für Over-Ear-Freunde mit 449 Euro in der Tasche.

Allerdings: Wer den XM5 hat, muss nicht hektisch das Upgrade bestellen. Dafür sind die Unterschiede nicht so groß. Im direkten Vergleich ist die Bluetoothverbindung des XM6 etwas stabiler und die Bässe gefühlt eine Spur satter. Den XM5 gibt es derzeit für knapp 300 Euro. Wer sonst im Bereich der hochpreisigen Kopfhörer auf der Suche nach einem neuen Gerät ist, sollte den Sony beim Ausprobieren zwischen Sennheiser, Apple, Bose und JBL nicht vergessen. Am Ende ist es eine Frage von Komfort und Budget.

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04.06.2025 · 00:05 Uhr
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