Kindergeld-Ausgaben steigen: Digitalisierung und Reformen im Fokus
Die Familienkasse hat im vergangenen Jahr rund 55 Milliarden Euro Kindergeld ausgezahlt und damit 800 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg berichtet. Profitieren konnten davon 2025 Familien, die für insgesamt 17,57 Millionen Kinder Kindergeld erhielten. Zusätzlich wurde für 1,45 Millionen Kinder von Familien mit geringem und mittlerem Einkommen ein Kinderzuschlag bereitgestellt, was sich auf 3,28 Milliarden Euro summierte – etwa 300 Millionen Euro mehr als 2024.
Vanessa Ahuja, die Vorständin für Familienleistung bei der BA, hob die wirtschaftlichen Vorteile einer einheitlichen nationalen Organisation von Kindergeld und Kinderzuschlag hervor. Sie lobte insbesondere den zuverlässigen und digitalen Service der Familienkasse, der in der aktuellen Diskussionen der Sozialstaatskommission über den Ausbau einer digitalen Verwaltung besondere Beachtung findet. Eine mögliche Zusammenführung von Wohngeld und Kinderzuschlag wird ebenfalls in der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission diskutiert.
Ein bedeutender Schritt in Richtung einer vereinfachten Abwicklung wird Mitte des Jahres erwartet, wenn die Familienkasse erste Kindergeldfälle automatisiert festsetzen wird. Dieses Pilotprojekt gilt als wichtiger Schritt hin zu einem antragslosen Kindergeld, welches den bürokratischen Aufwand für Familien und Behörden deutlich reduzieren könnte.

