KI-Euphorie trifft auf durchwachsenen US-Arbeitsmarkt – Dax verliert Schwung
Die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten für September haben die Aufbruchsstimmung rund um Künstliche Intelligenz am deutschen Aktienmarkt gedämpft. Dabei hatten beeindruckende Geschäftszahlen von Nvidia im Vorfeld noch für spürbaren Optimismus unter den Anlegern gesorgt. "Nvidia stärkt das Vertrauen in die KI und nimmt damit die Angst einer potenziellen Blase", erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Dennoch trüben robuste Jobdaten die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung durch die Fed. Der Dax verzeichnete einen kurzzeitigen Zuwachs von etwa 1,5 Prozent, schloss jedoch nur 0,50 Prozent höher bei 23.278,85 Zählern. Der Sprung über die 200-Tage-Linie war nicht von Dauer und die Verluste der vorherigen Tage konnten somit nicht signifikant ausgeglichen werden.
Der MDax fiel um 0,74 Prozent auf 28.443,45 Punkte. Auch wenn Nvidia für einen Moment der Erleichterung sorgte, bleibt die Spannung hoch. So hat der Arbeitsmarktbericht die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Dezember weiter gesenkt, bemerkte Thomas Gitzel von der VP Bank. Die Fed benötigt weitere Informationen, die allerdings erst nach der anstehenden Zinsentscheidung veröffentlicht werden. Der EuroStoxx 50 konnte mit einem Plus von 0,50 Prozent auf 5.569,92 Punkte schließen. In Zürich und London gab es nur leichte Zugewinne. Auch in den USA kühlte die Anfangseuphorie ab, so befanden sich der Dow Jones und der Nasdaq 100 zum europäischen Handelsschluss nur knapp im Plus.
Nvidia-Aktien stiegen um etwa 1,5 Prozent. Die positive Entwicklung Nvidias beeinflusste auch deutsche Unternehmen mit KI-Bezug, insbesondere im Bereich Energie und Rechenzentren. Siemens Energy legten um 2,9 Prozent zu und erreichten ein Rekordhoch, angetrieben durch ein angekündigtes Aktienrückkaufprogramm. Hochtief stieg als bester MDax-Wert um 3,9 Prozent. Rheinmetall erholte sich nach einem Kursrückschlag aufgrund eines Friedensplans für die Ukraine und stieg um 2,6 Prozent. "Diese Überreaktion bietet eine gute Einstiegschance", bemerkte JPMorgan-Analyst David Perry. Anders Renk, dessen Kurs nach neuen Geschäftszielen um 3,5 Prozent fiel, insbesondere aufgrund einer nur leichten Prognoseanhebung. Am MDax-Ende verlor CTS Eventim fünf Prozent. Die Bekanntgabe eines neuen Finanzchefs konnte die Stimmung nicht heben. Im SDax stiegen Mutares um 2,7 Prozent nach dem Verkauf von Anteilen an Steyr Motors. Eine positive Studie von Berenberg trieb die Grenke-Aktien um 6,1 Prozent nach oben und deutete auf eine Erholung des Leasingmarktes hin.

