Kevin Warsh rückt in den Fokus: Trumps Kandidat für den Fed-Vorsitz
US-Präsident Donald Trump hat in einem überraschenden Zug den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für Jerome Powell vorgeschlagen, um die Richtung der amerikanischen Geldpolitik neu zu prägen. Trump lobt Warsh als erfahren und geeignet, um eine führende Rolle bei der US-Notenbank zu übernehmen. Seine Nominierung muss noch vom Senat bestätigt werden, um Powells Position zu übernehmen, dessen Amtszeit planmäßig im Mai endet. Warsh ist bekannt für seine strenge Geldpolitik und wird als Verfechter eines restriktiveren Zinspfads angesehen, mit besonderem Augenmerk auf die Preisstabilität. Interessanterweise zeigen Medienberichte, dass Warsh neuerdings offen für niedrigere Zinsen sein könnte, was seine bisherigen Ansichten konterkariert. Bereits 2017 war Warsh als potenzieller Nachfolger für Janet Yellen im Gespräch, bevor Trump Powell als Fed-Chef wählte.
Mit nur 35 Jahren wurde Warsh bereits zum jüngsten Mitglied im Vorstand der Federal Reserve ernannt, nachdem er Erfahrungen bei Morgan Stanley und im politischen Beraterkreis unter George W. Bush gesammelt hatte. Sein beeindruckendes Netzwerk und Verständnis der Finanzmärkte haben ihm Anerkennung eingebracht, ungeachtet seines jungen Alters damals. Er ist zugleich mit Ronald Lauder, Trumps langjährigem Freund und Präsident des jüdischen Weltkongresses, verschwägert. Trumps Nominierung von Warsh findet in einer angespannten politischen Lage statt. Der Präsident steht unter Druck, nachdem Ermittlungen gegen Powell zu internen Spannungen geführt haben. Prominente Stimmen, wie der Senator Thom Tillis, haben bereits signalisiert, keine Unterstützung für Fed-Kandidaten bereit zu stellen, solange juristische Fragen ungeklärt sind.
Diese Entwicklungen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt im Vorfeld der Kongresswahlen 2026, bei denen Trump bestrebt ist, seine politische Mehrheit zu sichern. Der Konflikt zwischen Trump und Powell hat sich in den letzten Monaten verschärft, insbesondere nachdem die Fed-Pause bei Zinssenkungen nicht den Erwartungen des Präsidenten entsprach. Powell hat sich öffentlich gegen die Druckausübung der Regierung gewehrt, während gegen ihn Ermittlungen im Raum stehen, die mit umstrittenen Bauprojekten der Zentralbank in Verbindung gebracht werden. Prominente Notenbankchefs weltweit haben ihre Solidarität mit Powell erklärt, während die Unabhängigkeit der Fed in diesem politisch aufgeladenen Umfeld verteidigt wird.

