Kartellamt prüft Preisvorgaben von Temu: Ein Weckruf für den Wettbewerb
Das Bundeskartellamt hat eine Untersuchung gegen die irische Whaleco Technology, Betreiber des Online-Marktplatzes Temu, gestartet. Im Fokus stehen potenzielle Einschränkungen bei der Preisgestaltung deutscher Händler. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass Temu den Händlern unzulässige Vorgaben auferlegte, was den Wettbewerb erheblich einschränken und zu höheren Preisen auf alternativen Vertriebswegen führen könnte.
Von Temu selbst war zu den Vorwürfen zunächst wenig zu hören. Ein Sprecher des Unternehmens betonte lediglich die Einhaltung aller geltenden Vorschriften in den Ländern, in denen das Unternehmen tätig ist, und zeigte sich zuversichtlich, die Bedenken der Behörde entkräften zu können.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hingegen äußerte deutliche Zustimmung zum Vorgehen des Bundeskartellamts. Präsident Alexander von Preen lobte das Verfahren als bedeutsames Signal an die Händlergemeinschaft. Er kritisierte das Verhalten von Temu als Verstoß gegen die Wettbewerbsregeln und betonte die Wichtigkeit der Einhaltung lokaler Gesetze.
Das Verfahren wurde in Gang gesetzt, nachdem der HDE im Frühjahr Beschwerde eingereicht hatte. Nach Angaben des Verbands beschränkt Temu die Preissetzungsfreiräume der Händler erheblich und limitiert sie auf maximal 85 Prozent der Preise vergleichbarer Produkte auf anderen Plattformen.
Seit seiner Markteinführung in Deutschland 2023 hat sich Temu rasch unter den umsatzstärksten Marktplätzen etabliert und 2024 deutschen Händlern den Zugang eröffnet. Trotz des Erfolgs steht Temu in der Kritik wegen der Produktqualität und unfairer Wettbewerbsbedingungen. Ein laufendes EU-Verfahren betrifft Risiken illegaler Produkte auf dem Marktplatz, was potenzielle Sanktionen zur Folge haben könnte.

