Karneval kostet - Feierfreudige investieren großzügig in die fünfte Jahreszeit
Der Kölner Karneval gewinnt weiterhin an wirtschaftlicher Bedeutung, wobei die Feiernden erheblich höhere Ausgaben tätigen als noch vor einigen Jahren. Eine aktuelle Studie von Boston Consulting Group (BCG) zeigt, dass für die Karnevalssaison 2024/25, die traditionell vom 11. November bis Aschermittwoch reicht, insgesamt 848 Millionen Euro ausgegeben wurden. Dies entspricht einem Anstieg von 252 Millionen Euro oder 42 Prozent im Vergleich zur Session 2018/19. Ein wesentlicher Treiber dieses Anstiegs ist die Inflation, die die Kosten und somit auch die Preise für die Feierlustigen in die Höhe getrieben hat.
Die Umfrage, die auf den Antworten von 5.640 Karnevalisten basiert, fokussiert sich hauptsächlich auf Köln, doch die wirtschaftlichen Auswirkungen dürften ebenso in anderen Karnevalszentren wie Düsseldorf und Mainz spürbar sein. Besonders bemerkenswert ist, dass Karneval für Köln nicht nur ein kulturelles Highlight darstellt, sondern auch ein starker Wirtschaftsmotor ist, der 6.500 Arbeitsplätze sichert. Die erhöhte Wirtschaftskraft des Karnevals wird von den Veranstaltern als Vorteil für die Region gewertet, obwohl die gestiegenen Preise einige Feiernde belasten könnten.
Den größten Teil ihrer Ausgaben widmen die Karnevalisten der Gastronomie sowie dem Verzehr, mit einem Gesamtaufwand von 355 Millionen Euro. Diese Zahl markiert einen Anstieg von 38 Prozent im Vergleich zur BCG-Studie von 2019. Der erhöhte Bierpreis, insbesondere für das beliebte Kölsch, verdeutlicht nochmals die Inflation: Lag der Preis 2022 noch bei unter zwei Euro, so sind es nun in zahlreichen Kneipen 2,30 Euro.
Doch nicht alle feiern unbeschwert, denn der Alkoholkonsum wird von etwa einem Drittel der Befragten kritisch betrachtet, da der Alkohol nach ihrem Empfinden zu stark im Mittelpunkt steht. Parallel zu den Ausgaben für das leibliche Wohl verzeichnet auch der Einzelhandel, insbesondere im Bereich Kostüme, einen Umsatz von 154 Millionen Euro - ein Plus von 28 Prozent. Für Mobilität wurden 126 Millionen Euro verausgabt, was einen Anstieg von 33 Prozent bedeutet.
Besonders ins Gewicht fallen die Kosten im Bereich Tourismus und Unterkunft, die sich um 72 Prozent auf 109 Millionen Euro erhöhten. Veranstaltungen und Feste stellten die Karnevalisten vor Kosten von 104 Millionen Euro, was einen Zuwachs von 70 Prozent darstellt. Trotz steigender Preise erfreut sich der Kölner Karneval einer ungebrochen hohen Nachfrage, was auch eine erhöhte, um 20 Prozent gestiegene Zahl an Übernachtungsgästen in der Region zeigt.

