Kanzler Merz auf diplomatischer Mission in Finnland: Verteidigung und wirtschaftliche Zusammenarbeit im Fokus
In Turku findet aktuell ein Gipfeltreffen der nordischen Länder statt, bei dem Bundeskanzler Friedrich Merz eine zentrale Rolle spielt. Ziel dieses Treffens in Finnland ist es, die Verteidigungsstrategie des Nato-Bündnisgebiets angesichts gestiegener Spannungen mit Russland sowie den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zu beleuchten. Ein eindrucksvoller Auftakt ist das geplante Abendessen mit den Regierungschefs auf einer majestätischen mittelalterlichen Burg.
Finnland, unlängst selbst Mitglied der Nato, bietet Merz eine Plattform, um sich mit seinen Amtskollegen aus gleich fünf Bündnispartnern auszutauschen: Norwegen, Dänemark und Island zählen zu den etablierten Mitgliedern, während Finnland und Schweden nach der russischen Invasion in der Ukraine jüngst beigetreten sind.
Während der Gespräche in Turku dürfte die russische Bedrohung, die für Finnland, mit seiner 1.340 Kilometer langen Grenze zu Russland, besonders akut ist, im Vordergrund stehen. Jüngst ausgewertete Satellitenbilder des schwedischen Rundfunksenders SVT zeigen eine verstärkte militärische Präsenz Russlands, was die Dringlichkeit des Themas unterstreicht.
Zudem wird Merz vermutlich über den stockenden Friedensprozess in der Ukraine sprechen. Die nordischen Länder gelten als verlässliche Unterstützer der Ukraine. Besonders Dänemark hat bereits mit beachtlichen Lieferungen von F-16-Kampfflugzeugen entscheidende Militärhilfe geleistet. Die Kooperation mit den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen bei der Ukraine-Hilfe wird sicher ebenfalls ein Thema sein.
Interessanterweise nehmen auch die Regierungschefs der autonomen Regionen Grönland, Färöer und Aland am Gipfel teil. Obwohl die Diskussion um Donald Trumps umstrittene Pläne, Grönland zu kontrollieren, zuletzt abgeflaut ist, bleibt sie für die nordischen Länder bedeutend.
Am Dienstag plant Merz, bilaterale Gespräche mit Finnlands Premierminister Petteri Orpo und Präsident Alexander Stubb zu führen. Besonders spannend könnte das Treffen mit Stubb werden, der für seine positive Beziehung zu Trump bekannt ist und Merz womöglich wertvolle Ratschläge für seinen bevorstehenden Besuch bei Trump im Weißen Haus mitgeben könnte.

