Kanadischer Bitcoin-Erpressungsfall: Gerichtsurteil nach spektakulärer Entführung
Ein Entführungsfall in der Nähe von Toronto, der mit einer Bitcoin-Erpressung in Höhe von einer Million Dollar in Verbindung steht, hat zu neuen Gerichtsurteilen geführt. Dabei wurde ein Mann verurteilt und ein Jugendlicher wartet noch auf sein Urteil.
Keyron Moore, 39, wurde zu einer 13-jährigen Haftstrafe verurteilt, wobei drei Jahre auf die bereits verbüßte Untersuchungshaft angerechnet werden. Er wurde schuldig gesprochen für die Entführung, Folter und sexuelle Nötigung einer Frau, die als A.T. identifiziert wurde und im Jahr 2022 Opfer der Tat wurde. Richterin M. Townsend verkündete das Urteil am 22. August in Newmarket.
Die Strafe umfasst gleichzeitige Haftzeiten für erzwungene Freiheitsberaubung, sexuelle Nötigung mit einer Schusswaffe und fahrlässige Schussabgabe. Zusätzlich erging ein lebenslanges Waffenverbot sowie eine 20-jährige Registrierung als Sexualstraftäter.
Auch auf den jugendlichen Mitangeklagten, nur als S.M. bekannt, wurde im Urteil verwiesen. Moore ist untersagt, während seiner Haftzeit Kontakt zu ihm aufzunehmen. S.M. wurde verurteilt, die Urteilsverkündung ist für den 3. Oktober in Oshawa geplant.
Zur Wahrung der Anonymität des Opfers wurde im März 2024 eine Bekanntmachungs- und Veröffentlichungsanordnung erlassen. Die Straftat ereignete sich am 1. November 2022, als A.T. vor einem Einkaufszentrum in Thornhill entführt und mit vorgehaltener Waffe in ein Fahrzeug gezwungen wurde. In Barrie wurde sie in einer Garage eingesperrt, ausgezogen, verprügelt, verbrannt und mit einer Spritze voller Fentanyl bedroht, während ihre Entführer eine Million Dollar in Bitcoin forderten, wie aus einem Gerichtsdokument des Ontario Court of Justice hervorgeht.
Der Fall stellt einen weiteren in einer wachsenden Anzahl gewaltsamer Übergriffe in Verbindung mit digitalen Vermögenswerten dar, darunter sogenannte "5-Dollar-Schraubenschlüssel-Angriffe", bei denen Opfer gezwungen werden, ihre Kryptowährungen herauszugeben.
In ihrer Aussage über die Auswirkungen auf ihr Leben schildert A.T. das anhaltende Trauma: "Ich gehe nicht alleine hinaus. Die Angst ist zu überwältigend. Ich fühle mich wie eine Zielscheibe und habe das Gefühl, dass mich jemand beobachtet und nur auf den richtigen Moment wartet."

