Kampf der Giganten: Unicredit im Übernahmestreit mit italienischer Regierung
Ein aufsehenerregender Machtkampf spielt sich derzeit im europäischen Finanzsektor ab: Die bedeutende italienische Großbank UniCredit steht im Zentrum eines Streits mit der eigenen Regierung um die Übernahme ihres Konkurrenten Banco BPM. Insidern zufolge hat sich nun die Europäische Kommission eingeschaltet, um der Regierung von Giorgia Meloni auf die Finger zu klopfen. Bloomberg berichtete, dass die Brüsseler Aufseher die harten Auflagen aus Rom kritisieren und das bisher auf nationaler Ebene geführte Drama zu einer Frage zwischen der EU und Italien erheben.
Die vertraulichen Informationen deuten an, dass die EU-Kommission der Meloni-Regierung ins Hausaufgabenheft schreiben wird, dass es keine rechtliche Grundlage für deren Einmischung gibt. Die Kontrolle solcher Übernahmen obliegt einzig der Kommission gemäß der Fusionskontrollvorschriften der Europäischen Union, die dem Deal bereits im letzten Monat ihren Segen erteilt hatte.
Es dürfte spannend bleiben, denn die Kommission scheint entschlossen, ihre Muskeln spielen zu lassen: Sollte Italien nicht einknicken und die eigenen Auflagen zurücknehmen, droht ein Vertragsverletzungsverfahren. Dies könnte für die Meloni-Regierung durchaus unangenehm werden, da ein Eingriff in nationale Privilegien im Raum steht.
Ein offizielles Statement zur Angelegenheit wurde von der Kommission nicht abgegeben, ebenso schweigen derzeit alle involvierten Partein. Weder UniCredit noch Banco BPM oder gar die italienische Regierung wollten sich gegenüber Bloomberg äußern, doch die finanzielle Welt verfolgt das Drama mit gespannter Aufmerksamkeit.

