JPMorgan sieht Clarity Act als Treiber für Aufschwung in der zweiten Jahreshälfte

Die Kryptoindustrie fordert seit Jahren klare Regeln aus Washington. Nun könnte eine Antwort näher rücken. Analysten von JPMorgan prognostizieren, dass der Clarity Act — ein umfassendes Gesetz zur Regulierung digitaler Vermögenswerte in den USA — bis zur Jahresmitte in Kraft treten könnte.
Wenn dieser Zeitplan eingehalten wird, könnte dies eine der größten Veränderungen in der US-Kryptopolitik darstellen.
Was der Clarity Act bewirken soll
Im Kern geht es bei diesem Gesetz um Struktur. Derzeit fehlt es an einem einheitlichen Rahmen, wie Kryptowährungen in den USA klassifiziert oder gehandelt werden.
Verschiedene Institutionen haben unterschiedliche Ansichten zu diesem Thema, was Unternehmen im Unklaren darüber lässt, was erlaubt ist und was nicht.
Der Clarity Act zielt darauf ab, dies zu ändern, indem er ein klares Regelwerk schafft, das für alle gilt — von der Kategorisierung von Tokens bis hin zu den zuständigen Regulierungsbehörden.
Laut dem Analystenteam von JPMorgan, unter der Leitung von Managing Director Nikolaos Panigirtzoglou, könnte die Verabschiedung des Gesetzes einen bedeutenden Wendepunkt für den breiteren Kryptomarkt darstellen.
Berichten zufolge glaubt die Bank, dass die Gesetzgebung helfen könnte, die Preise in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 zu steigern, auch wenn die Stimmung auf den Kryptomärkten derzeit negativ ist.
Die Bank ist der Ansicht, dass regulatorische Sicherheit, sobald sie gegeben ist, institutionelles Kapital anziehen könnte, das bisher abseits stand.
Doch das Gesetz ist noch nicht verabschiedet. Zwei ungelöste Streitpunkte verhindern den Fortschritt. Der erste betrifft Stablecoins — digitale Währungen, die an traditionelle Vermögenswerte wie den US-Dollar gekoppelt sind. Kryptounternehmen möchten, dass Stablecoin-Inhaber Belohnungen auf ihre Bestände erhalten können, ähnlich wie Zinsen.
Banken wehren sich vehement dagegen und argumentieren, dass solche Renditen Kundeneinlagen von traditionellen Finanzinstituten abziehen und das Bankensystem insgesamt schwächen könnten.
Politische Auseinandersetzungen verzögern den Fortschritt
Das zweite Hindernis ist politischer Natur. Demokratische Gesetzgeber fordern eine Klausel im Gesetz, die es hochrangigen Regierungsbeamten, einschließlich des US-Präsidenten Donald Trump und seiner Familie, verbietet, finanzielle Interessen an Kryptoprojekten zu besitzen.
Diese Bestimmung wird weithin als direkter Verweis auf Trump gesehen, dessen Familie mit verschiedenen Kryptounternehmen in Verbindung gebracht wurde. Berichten zufolge hat das Weiße Haus mehrere Treffen abgehalten, um diese Meinungsverschiedenheiten zu klären, jedoch ohne Erfolg.
Eine Frist am 1. März, die als mögliches Ziel für Fortschritte genannt wurde, verstrich ohne nennenswerte Ankündigung.
Berichte weisen darauf hin, dass Branchenbeobachter bereits Wochen im Voraus signalisiert hatten, dass die Frist wahrscheinlich keine Ergebnisse bringen würde, was sich als zutreffend erwies.
Die Verhandlungen dauern an, doch das langsame Tempo frustriert diejenigen, die auf eine schnellere Lösung gehofft hatten.

