Jerome Powells Botschaft: Stabilität und Daten im Fokus
Während Jerome Powell sicherlich nicht für kühne Aussagen bekannt ist, setzt der Vorsitzende der US-Notenbank bekanntermaßen auf Beständigkeit und Datenorientierung. Bei einem Auftritt vor der Greater Providence Chamber of Commerce untermauerte er genau diese Eigenschaften mit einer Mischung aus trockener Professionalität und einem gelegentlichen schelmischen Kommentar.
Powell zeichnete ein Bild der US-Wirtschaft als widerstandsfähig angesichts erheblicher Veränderungen, bemerkte jedoch, dass das Wachstumstempo nachgelassen hat. Der private Konsum hat abgenommen, und der Arbeitsmarkt hat sich abgekühlt. Die Beschäftigungszuwächse während des Sommers blieben hinter der Stabilitätsmarke zurück, und das Risiko für Beschäftigungsrückgänge stieg. Unternehmen halten angesichts wirtschaftspolitischer Unsicherheiten ihre Investitionen und Einstellungsaktivitäten zurück.
Laut Powells Aussagen lastet die Unsicherheit über die zukünftige Wirtschaftspolitik der USA schwer auf den Geschäftserwartungen, wie aus dem jüngsten Beige Book der Fed hervorgeht. Diese Beobachtungen decken alle Regionen ab. Besonders die Zölle rückten dabei in den Mittelpunkt seiner Rede. Höhere Importzölle treiben zwar die Preise, jedoch bezeichnete Powell diesen Effekt als vorübergehend gestreckt über mehrere Quartale und nicht als echte dauerhafte Beschleunigung. Die Auswirkungen auf den Arbeitsplatzmarkt sind deutlicher spürbar, da Unternehmen Einstellungszurückhaltung als eine Art der Kostentragung nutzen.
Angesprochen auf den florierenden Aktienmarkt, räumte Powell ein, dass die Bewertungen überzogen wirken. Insbesondere Aktien aus dem Bereich künstlicher Intelligenz scheinen den Markt zu stützen. Er warnte jedoch vor voreiligen Schlussfolgerungen über den disruptiven Charakter der KI – es sei noch zu früh für derartige Beurteilungen. Nichtsdestotrotz äußerte er Optimismus, dass Innovation traditionell die Ungleichheit in der amerikanischen Geschichte verringern konnte.
Konsequent betonte Powell die Ziele der Fed: maximale Beschäftigung und Preisstabilität. Es gibt keinen risikofreien Weg, sagte er, und die Fed handele stets unabhängig von politischen Einflüssen. Kritiker, die der Fed politisches Handeln vorwerfen, würden zu einfachen Vorwürfen greifen; Powells Konter ist, dass die Fed schlicht ihrer Aufgabe nachgehe.

