Jenseits der Galerie: Wie Blockchain die Regeln des Kunstbesitzes neu schreibt (Interview mit Aleksandra Art, Trilitech)

Der Bereich der digitalen Kunst hat sich durch die Blockchain-Technologie erheblich verändert und neue Wege für Künstler und Sammler geschaffen.
In diesem Interview bietet Aleksandra Art, die Leiterin der Kunstabteilung bei Trilitech, spannende Einblicke, wie NFTs Authentifizierungsprobleme in der digitalen Kunst lösen und gleichzeitig Beziehungen zwischen Künstlern und Publikum steuern.
Ihr Blickwinkel bietet einen frischen Einblick, wie Blockchain-Technologien geografische und institutionelle Barrieren abbauen und es Künstlern aus unterrepräsentierten Regionen ermöglichen, kulturelles Erbe zu dokumentieren und direkt und weltweit ein Publikum zu erreichen.
Wie definieren NFTs den Besitz und die Authentifizierung in der Kunstwelt neu?
NFTs lösen die grundlegende Herausforderung, der digital-native Kunst schon lange gegenübersteht: Sie beweisen Authentizität und Knappheit in einem unendlich kopierbaren Medium. Blockchain schafft dauerhafte, überprüfbare Eigentumsnachweise, die Fälschungssorgen eliminieren und neue Distributionsmodelle ermöglichen. Künstler wurden befähigt, durch Smart Contracts direkte Beziehungen zu ihrem Publikum ohne Zwischenhändler zu pflegen. Dieses System entfernt traditionelle Gatekeeper und bietet gleichzeitig einen transparenten Eigentumsnachweis, der nahtlos über verschiedene Marktplätze und virtuelle Umgebungen funktioniert.
Bitte beschreiben Sie die Entwicklung der Kategorie von Sammlern aus Ihrer Perspektive.
Was faszinierend zu beobachten ist, ist die völlig neue Demografie, die entstanden ist – kryptonative Sammler, die Kunst zunächst durch Blockchain-Technologie entdeckten und nicht durch traditionelle Galerien. Diese Käufer haben unterschiedliche Vorlieben: Neben typischen Sammlerinteressen konzentrieren sich einige auf historische Bedeutung oder technische Innovation, andere auf Gemeinschaftsprojekte oder digitale Identitätsstücke. Faszinierend ist ihre Migration in traditionelle Kunstmärkte. Dies stellt eine grundlegende Verschiebung von dem erwarteten Galerie-zu-digitalen Weg dar und schafft eine neue Sammlerklasse mit erheblicher Kaufkraft und unterschiedlichen Wertesystemen.
Können Sie erklären, welche Rolle Blockchain beim Erhalt und der Finanzierung des kulturellen Erbes spielt?
Mit Hilfe von NFT-Marktplätzen können Künstler aus unterrepräsentierten Regionen Traditionen, Geschichten und Praktiken dokumentieren und direkt mit globalen Zielgruppen handeln. Die Technologie senkt geografische und institutionelle Barrieren und ermöglicht es Kreativen, ihre kulturelle Arbeit zu monetarisieren und gleichzeitig die Kontrolle darüber zu behalten, wie sie präsentiert und distribuiert wird. Dies hat sich besonders für Künstler als mächtig erwiesen, die zuvor auf externe Finanzierung angewiesen waren, um ihr Erbe zu teilen oder auf zentralisierte Kanäle, um Zielgruppen zu erreichen, die oft Zensur- oder geographischen Beschränkungen unterliegen können.
Wie unterstützen Mikroförderungen und On-Chain-Sponsoring derzeit experimentelle Kreative?
Wir sehen neue Mäzenatschaftsmodelle entstehen, die über einfaches Sammeln hinausgehen; Organisationen bieten jetzt umfassende Unterstützung durch On-Chain-Kuration, Bildung und institutionelle Verbindungen. Museen schaffen beratende Gruppen, die die traditionelle und die Blockchain-Kunstwelt verbinden, während dedizierte DAOs oder Fonds digitale Kunst in breitere Erzählungen und öffentliche Räume kontextualisieren. Der Gemeinschaftsaspekt ist entscheidend; etablierte Künstler teilen offen Wissen und Ressourcen und schaffen offene Mentoring-Netzwerke, die Experimentieren und interkulturelle Zusammenarbeit unterstützen.
Glauben Sie, dass Blockchain lokale Szenen und unterrepräsentierte Stimmen stärken kann?
Die Technologie hat einen Schritt in Richtung einer grundlegenden Demokratisierung der Kunstbeteiligung gemacht, indem sie Erfolg unabhängig vom Hintergrund ermöglicht (z.B. ist ein MFA nicht mehr ausschlaggebend für die Repräsentation bei den neuen Denkweisen aufkommender Kuratoren und Galerien), dank der Vielzahl neuer Projekte, die es Künstlern ermöglichen, entdeckt zu werden. Dank der verfügbaren Tools und der fehlenden Körperlichkeit kann jeder, der entschlossen ist, Künstler durch On-Chain-Kuration unterstützen und stärken. Künstler benötigen keine institutionelle Zustimmung oder geografische Nähe zu großen Kunstzentren mehr, um Sammler zu erreichen und Karrieren aufzubauen; tatsächlich bleiben einige der prominentesten Kreativen bis heute anonym. Die geteilte „Arena“ für den Dialog und das Sammeln hat Erfolgsgeschichten in Regionen ermöglicht, die in der Kunstwelt zuvor marginalisiert waren, und wirklich globale Gemeinschaften geschaffen, die sich um gemeinsame Interessen organisieren, anstatt um traditionelle Kunstwelthierarchien.
Disclaimer: Der Inhalt dieses Interviews dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Finanzberatung, Investitionsempfehlung oder Befürwortung eines Projekts, Protokolls oder Vermögenswerts dar. Der Kryptowährungsbereich ist mit Risiken und Volatilität verbunden. Leser werden ermutigt, ihre eigenen Recherchen durchzuführen und qualifizierte Fachleute zu konsultieren, bevor sie finanzielle Entscheidungen treffen. Dieses Interview wurde in Zusammenarbeit mit Trilitech durchgeführt, die großzügig ihre Zeit und Einblicke geteilt haben. Der Inhalt wurde überprüft und im gegenseitigen Einvernehmen zur Veröffentlichung freigegeben. Geringfügige Änderungen wurden zur Klarheit und Lesbarkeit vorgenommen, während der Kern und Ton des ursprünglichen Gesprächs beibehalten wurden.

