Jens Spahn übernimmt Vorsitz der Unionsfraktion: Ein starkes Mandat für den Münsterländer
In der jüngsten Weichenstellung der Unionsfraktion im Bundestag hat der ehemalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit einer überwältigenden Mehrheit von über 90 Prozent den Vorsitz der Fraktion übernommen. Mit 91,3 Prozent der abgegebenen Stimmen tritt Spahn die Nachfolge von Friedrich Merz an. Dabei wurden Enthaltungen nicht berücksichtigt, was das eindeutige Votum der 178 Abgeordneten, die für Spahn stimmten, unterstreicht. Insgesamt zählt die Fraktion 208 Mitglieder, wovon 197 ihre Stimme abgaben.
Ein personeller Wechsel folgte auch auf der Position des Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers. Steffen Bilger, der bisher als stellvertretender Vorsitzender fungierte, übernimmt von Thorsten Frei. Bilger, der aus Ludwigsburg stammende Rechtsanwalt, erzielte mit 93,5 Prozent Zustimmung ein ebenso eindrucksvolles Ergebnis. Frei hingegen soll demnächst als Kanzleramtschef im Kabinett Platz nehmen.
Seit über zwei Jahrzehnten gehört der 44-jährige Spahn dem Bundestag an, mit einer Karriere, die von der Wirtschafts- und Finanzpolitik bis hin zu seiner Rolle als Gesundheitsminister in der Corona-Krise reicht. Gerade in dieser Funktion geriet er durch Debatten um den Ankauf angeblich überteuerter Schutzmasken in die Kritik. Nun rückt er in einer Phase der oppositionellen Erneuerung der Union an die Spitze der Fraktion.
Mit Spannung wird erwartet, dass CDU-Chef Friedrich Merz an diesem Dienstag im Bundestag zum Bundeskanzler gewählt wird. Merz, der zusammen mit CSU-Chef Markus Söder Spahn als Nachfolger vorgeschlagen hatte, hat bereits in der Vergangenheit starke Rückendeckung seitens der Fraktion erfahren. Anfang 2022 erhielt er bei seiner ersten Wahl als Fraktionschef respektable 89,5 Prozent und der Rückhalt setzte sich mit 98 Prozent bei der erneuten Wahl im Februar fort.

