Japanische Zentralbank hält Leitzins stabil und hebt Inflationsprognose an
In einem erwartungsgemäß beruhigenden Schritt hat die Bank of Japan ihren Leitzins unbewegt bei 0,5 Prozent belassen. Wie jüngst aus Tokio kommuniziert, war die Entscheidung im geldpolitischen Rat einstimmig. Die unveränderte Zinslage entsprach dabei den Erwartungen der Ökonomen, die im Vorfeld keine Änderungen prognostizierten.
Bereits im vergangenen Jahr hatte die japanische Zentralbank ihre längere Negativzinspolitik aufgehoben und das Zinsniveau wieder ins Positive gehoben, zuletzt im Januar mit einem Anstieg um 0,25 Prozentpunkte. Seither blieb der Zinssatz stabil. Interessanterweise hat die Zentralbank jetzt ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr auf 2,7 Prozent angehoben, im Gegensatz zur vorherigen Erwartung von 2,2 Prozent. Auch die Vorausschau für 2026 und 2027 wurde, wenn auch moderat, nach oben korrigiert.
Commerzbank-Analyst Volkmar Baur führt die ansteigenden Inflationsprognosen auf stark gestiegene Lebensmittelpreise zurück. Er verweist jedoch darauf, dass die Zentralbank bei spezifischen Preissteigerungen wie den Reispreisen, die auf schwache Ernten zurückzuführen sind, wenig Handlungsspielraum besitzt. Solche Faktoren seien weniger von der Börse, sondern eher durch landwirtschaftliche Ereignisse geprägt.
Im Kontext der wirtschaftlichen Entwicklung sieht die BoJ eine mögliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums. Im Fokus stehen 'Handels- und andere politische Maßnahmen' der Staaten, die als wirtschaftliche Belastung wirken. Besonders Industrieländer sehen sich derzeit durch die zermürbenden Effekte der US-Zollpolitik in ihrer konjunkturellen Weiterentwicklung eingebremst. Der japanische Yen zeigte sich auf die aktuellen geldpolitischen Ankündigungen und makroökonomischen Aussichten nahezu unbeeinflusst.

