Israels neue Vorschläge in Doha: Hoffnungsschimmer oder Taktikspiel?
In einem gewagten Schritt hat Israel während der festgefahrenen Gespräche über eine Waffenruhe im Gazastreifen, die derzeit in Doha abgehalten werden, einen erweiterten Truppenrückzug angeboten. Basierend auf Informationen der 'Times of Israel', die sich auf einen arabischen Diplomaten beruft, legt der neue Vorschlag Israels einen stärkeren Rückzug der Armee nahe. Dennoch bleibt es fraglich, ob dieses Zugeständnis den erhofften Durchbruch erzielen wird.
Inmitten der Spekulationen rund um die Verhandlungen steht eine kontroverse Planung der israelischen Regierung. Der Plan, eine 'humanitäre Stadt' zu errichten, wird von Kritikern als potenzielles Internierungslager betrachtet. Selbst aus den Reihen der Opposition und dem Militärs äußert sich Widerstand gegen das Vorhaben. Der Oppositionsführer Jair Lapid verurteilte die Pläne scharf und stellte zahlreiche logistische und humanitäre Fragen, die bislang unbeantwortet blieben.
Das Motiv hinter den aktuellen Verhandlungsstrategien wird heiß diskutiert. Man spekuliert, dass der Plan zur 'humanitären Stadt' Druckmittel in den Verhandlungen mit der Hamas oder innerhalb der Koalition der israelischen Regierung sei. Der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir, ein wesentliches Mitglied der Netanjahu-Koalition, lehnt einen dauerhaften Waffenstillstand entschieden ab, während Premierminister Netanjahu auf die Unterstützung seiner Hardliner angewiesen ist.
Trotz des jüngsten Vorschlags stagniert der Dialog zwischen Israel und der Hamas. Wesentlicher Streitpunkt ist das Ausmaß der israelischen Präsenz im Süden des Gazastreifens. Der neue israelische Vorschlag sieht eine Reduzierung der Pufferzonen vor, stößt jedoch auf erhebliche Forderungen der Hamas, die eine Rückkehr zu den vorigen Positionen wünscht.
Während die Verhandlungen fortgeführt werden, bleibt die internationale Gemeinschaft, einschließlich UN-Generalsekretär António Guterres, besorgt über die anhaltende Gewalt und deren Auswirkungen auf die Menschenwürdigkeit in Gaza. Auch betonte Guterres die Notwendigkeit einer Zweistaatenlösung, während er auf eine kommende Konferenz in New York hinwies, die kaum Aussicht auf eine schnelle Lösung bietet.

