Israelisches Militär untersucht Vorfall im Nasser-Krankenhaus
Ein israelischer Angriff auf das Nasser-Krankenhaus im Gazastreifen hat international für erhebliches Aufsehen gesorgt und wurde von der israelischen Armee einer eingehenden, vorläufigen Untersuchung unterzogen. Das Militär gab bekannt, dass der Angriff das Ziel hatte, eine von der Hamas installierte Überwachungskamera auf dem Krankenhausgelände zu zerstören, die zur Überwachung israelischer Militäreinsätze genutzt wurde und letztlich eine Bedrohung darstellte.
Der Vorfall, der sich am Montag in Chan Junis im Süden des Gazastreifens ereignete, führte gemäß palästinensischen Angaben zum Tod von 20 Menschen, darunter fünf Journalisten, die teils für internationale Medien tätig waren. Auch Sanitäter befanden sich unter den Opfern. Die Reaktionen auf den Angriff waren weltweit von Empörung geprägt, was das israelische Militär dazu veranlasste, eine umfassende Untersuchung anzukündigen.
Augenzeugenberichte schilderten einen Angriff auf den vierten Stock des Empfangsgebäudes im Krankenhaus als initiale Aktion, in der sich Journalisten aufhielten. Daraufhin kam es zu einem weiteren Angriff, just als Sanitäter und Zivilschutzhelfer zur Hilfe eilten.
Gleichzeitig sind noch einige Fragen ungeklärt, insbesondere die Art der eingesetzten Munition. Während anfangs ein Luftangriff vermutet wurde, deuten Medienberichte auf einen Panzerangriff hin. Generalstabschef Ejal Zamir ordnete deshalb eine tiefere Analyse der Genehmigungsprozesse und der verwendeten Munition an.
Inmitten der Untersuchungen äußerte die Armee, das Krankenhaus sei im Verlauf des Gaza-Kriegs von der Hamas für terroristische Zwecke genutzt worden. Vorläufige Ergebnisse zeigen zudem, dass sechs der Getöteten als Terroristen identifiziert wurden, darunter eine Person, die angeblich im Oktober 2023 an einem Massaker beteiligt war. Diese Informationen konnten jedoch nicht unabhängig verifiziert werden. Generalstabschef Zamir drückte sein Bedauern über zivile Opfer aus und betonte, dass die Armee ihre Angriffe ausschließlich auf militärische Ziele richte.

